US-Haushalte setzen auf Aktien, Japaner parken Geld auf Konten
Japanische Haushalte halten 47,2 Prozent ihres Finanzvermögens in Bargeld und Einlagen, während US-Bürger 43,4 Prozent in Aktien anlegen. Das zeigen die vergleichenden Daten der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung per Ende März 2026.
Konto statt Kapitalmarkt
Zum Ende des ersten Quartals 2026 belief sich das Finanzvermögen der privaten Haushalte in Japan auf 2.386 Billionen Yen.
Neben den dominanten Barmitteln und Einlagen (47,2 Prozent) entfielen 24,5 Prozent auf Versicherungen und Pensionen sowie 16,7 Prozent auf Aktien.
Im Euroraum summierte sich das Haushaltsvermögen auf 35,5 Billionen Euro, wovon 31,1 Prozent auf Einlagen und 25,5 Prozent auf Aktien lagen.
US-Haushalte wiesen ein Finanzvermögen von 141,6 Billionen Dollar auf: Hier bildeten Aktien mit 43,4 Prozent den größten Posten, gefolgt von Altersvorsorgeansprüchen mit 25,7 Prozent und Investmentfonds mit 13,3 Prozent.
Bankguthaben machten in den USA lediglich 10,7 Prozent aus.
Kreditabhängigkeit und Kapitalexport
Bei den Unternehmensverbindlichkeiten dominiert in den USA die Eigenkapitalfinanzierung mit 72,9 Prozent, verglichen mit 63,2 Prozent in Japan und 57,7 Prozent im Euroraum.
Europäische und japanische Unternehmen finanzieren sich deutlich stärker über Bankkredite (25,9 Prozent bzw. 21,5 Prozent) als US-Firmen (4,7 Prozent).
Auffällig bei Japans institutionellen Anlegern ist die hohe Auslandsorientierung: Japanische Investmentfonds halten 42,7 Prozent ihrer Aktiva von 467,4 Billionen Yen in ausländischen Wertpapieren, Pensionsfonds 22,9 Prozent.
Verharren im Zinstief-Reflex
Die Daten belegen die chronische Risikoaversion japanischer Sparer trotz einsetzender Zinswende.
Wer die Hälfte des Vermögens auf Girokonten bunkert, verliert bei Teuerung schleichend Kaufkraft.
Ohne mutigere Allokation in Produktivkapital bleibt Japans Vermögensbildung strukturell gelähmt.