Leitzins bleibt bei 1,0 Prozent – Takata stimmt für 1,25 Prozent
Die Bank of Japan (BOJ) belässt den Leitzins mit 8 zu 1 Stimmen bei rund 1,0 Prozent. Ratsmitglied Hajime Takata forderte bei der Juli-Sitzung eine Anhebung auf 1,25 Prozent und warnte vor Aufwärtsrisiken für die Teuerung durch den weltweiten KI-Boom.
Mehrheit gegen sofortigen Zinsschritt
Der Rat der Bank of Japan (BOJ) hat den Tagesgeldsatz mit 8 zu 1 Stimmen bei rund 1,0 Prozent belassen.
Gouverneur Kazuo Ueda, die Vizegouverneure Ryozo Himino und Shinichi Uchida sowie Naoki Tamura, Junko Koeda, Kazuyuki Masu, Toichiro Asada und Ayano Sato votierten für die Beibehaltung.
Hajime Takata forderte dagegen 1,25 Prozent.
Zugleich senkte die BOJ ihre monatlichen Anleihekäufe um 200 Milliarden Yen auf 2,5 Billionen Yen.
Die Kernteuerungsrate lag bei 1,5 Prozent, gedämpft durch Energiesubventionen.
Für das zweite Halbjahr des Fiskaljahres 2026 rechnet der Rat nach Lohnabschlüssen von 3,5 Prozent und höheren Importkosten mit einem Anstieg auf über 3,0 Prozent.
KI-Boom treibt Investitionen und Preise
Die Protokolle verdeutlichen eine veränderte Risikolage.
Zwar belasten geopolitische Konflikte und schwankende Ölpreise das Umfeld, doch der globale Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) kurbelt Exporte und Investitionen im Technologiesektor spürbar an.
Mehrere Ratsmitglieder betonten, die Notenbank müsse ihren Fokus anpassen: Statt die Kerninflation auf das Zwei-Prozent-Ziel anzuheben, gehe es nun darum, ein Überschießen der Teuerung zu verhindern und Preisstabilität nachhaltig zu sichern.
Das Zögern erhöht den Handlungsdruck
Die wachsende Kluft im Notenbankrat offenbart, wie ungemütlich das Abwarten für Gouverneur Ueda wird.
Wenn die Teuerung im Herbst wie prognostiziert die Drei-Prozent-Marke reißt, drohen hektische Zinsschritte statt einer geordneten Normalisierung.
Takatas Vorstoß war kein isolierter Einzelfall, sondern ein verfrühtes Warnsignal.