Leitzins in Japan steigt auf 1,0 Prozent
Die Bank of Japan hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf rund 1,0 Prozent angehoben. Der Rat entschied mit 7 zu 1 Stimmen, um dem steigenden Inflationsdruck und der positiven Lohnentwicklung entgegenzuwirken.
Zinsanhebung und neues Limit für Anleihen
Die Bank von Japan schraubt ihren Leitzins von 0,75 auf etwa 1,0 Prozent hoch – eine Entscheidung, die gegen die Stimme von Asada Toichiro fiel.
Grund dafür sind anhaltende Inflationsrisiken durch hohe Rohstoffpreise infolge des Nahost-Konflikts sowie eine solide Lohndynamik mit Steigerungen von rund 5 Prozent in den Frühjahrsverhandlungen.
Gleichzeitig passte der Rat seinen Pfad für Staatsanleihekäufe an: Bis Anfang 2027 sinkt das monatliche Kaufvolumen quartalsweise um etwa 200 Milliarden Yen, bevor es ab April 2027 bei rund 2 Billionen Yen eingefroren wird.
Gegen den Anleiheplan stimmte Tamura Naoki, der eine weitere Drosselung bis 2028 forderte.
Die Kerninflation nähert sich nach Einschätzung der Mehrheit nachhaltig dem Zwei-Prozent-Ziel an.
Balanceakt zwischen Inflation und Konjunktur
In Abwesenheit von Gouverneur Kazuo Ueda führte Vize-Gouverneur Ryozo Himino durch die Sitzung.
Die Notenbank steht vor der Herausforderung, den geldpolitischen Kurs schrittweise zu normalisieren, ohne die Finanzmärkte zu überfordern.
Während die globale KI-Nachfrage Exporte und Unternehmensgewinne stützt, dämpfen gestiegene Importkosten das Realeinkommen der Haushalte.
Die Drosselung der Anleihekäufe zeigt zwar erste Wirkung bei der Wiederherstellung der Marktfunktionen, doch sorgt die künftige Bilanzgröße der Zentralbank weiterhin für Unstimmigkeiten im Rat.
Entschlossenheit sieht anders aus
Der Zinsschritt ist zwar folgerichtig, offenbart aber tiefe Gräben im geldpolitischen Rat.
Die Sorge vor Zweitrundeneffekten durch Rohstoffpreise überwiegt nun die Wachstumsängste, doch die Notenbank agiert schüchtern.
Mit dem vorzeitigen Stopp der Anleihedrosselung verschenkt Tokio wertvollen Spielraum für eine echte Bilanzbereinigung.