Kerninflation in Japan steigt 2026 auf 2,5 Prozent
BOJ Press

Kerninflation in Japan steigt 2026 auf 2,5 Prozent

Die Bank of Japan rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit einer Kerninflation von 2,5 Prozent und einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent. Vor dem Hintergrund globaler KI-Nachfrage und hoher Rohstoffpreise signalisiert die Notenbank weitere schrittweise Zinsanhebungen.

KI-Boom und Kerninflation überm Zielwert

Im Ausblick vom Juli 2026 prognostiziert der Rat der Bank of Japan für das Geschäftsjahr 2026 ein reales BIP-Wachstum von 0,6 Prozent sowie eine Kernteuerungsrate ohne frische Nahrungsmittel von 2,5 Prozent.

Für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 erwartet die Notenbank ein Wirtschaftswachstum von jeweils 0,8 Prozent bei einer Inflation von 2,4 beziehungsweise 2,0 Prozent.

Der Leitzins liegt nach der jüngsten Zinsanhebung im Juni 2026 bei rund 1,0 Prozent.

Trotz verlangsamter Dynamik stützen die weltweite KI-Nachfrage und solide Lohnsteigerungen aus den Frühjahrsverhandlungen die Unternehmensgewinne.

Gleichzeitig treiben der geschwächte Yen sowie anhaltend hohe Rohölpreise die Importkosten im Vorleistungsbereich drastisch an.

Zusammenspiel von Löhnen und Preisen

Die finanziellen Bedingungen in Japan verharren trotz der bisherigen Zinsanhebungen im expansiven Bereich, da die realen Zinssätze weiterhin im negativen Territorium liegen.

Das Lohn-Preis-Gefüge verfestigt sich zusehends: Höhere Personalkosten und gestiegene Beschaffungspreise werden verstärkt an die Endverbraucher weitergegeben.

Die Bank of Japan betont, dass sie den Leitzins schrittweise weiter anheben wird, sofern sich die Konjunktur- und Preisaussichten wie im Basisszenario erwartet entwickeln.

Gefährlicher Optimismus in Tokio

Die Prognosen der Notenbank zeichnen das Bild einer sich selbst tragenden Lohn-Preis-Spirale.

Doch die BOJ unterschätzt die Belastung der Verbraucher durch die verhärtete Importinflation.

Bricht der private Konsum ein, gerät der angekündigte Zinserhöhungspfad schnell ins Stocken.