Kerninflation 2026 bei 2,5 Prozent erwartet
Die Bank von Japan hebt ihre Inflationsprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf 2,5 Prozent an. Grund sind gestiegene Rohölpreise und die weltweite KI-Nachfrage. Die Notenbank signalisiert weitere Zinserhöhungen.
Druck auf Preise und Zinsen steigt
Das reale BIP-Wachstum Japans soll im Geschäftsjahr 2026 laut dem neuen Ausblicksbericht der Bank von Japan bei 0,6 Prozent liegen, bevor es sich 2027 auf 0,8 Prozent beschleunigt.
Die Verbraucherpreise ohne frische Nahrungsmittel werden im Geschäftsjahr 2026 voraussichtlich um 2,5 Prozent steigen.
Als Haupttreiber nennt der Rat die Weitergabe fester Löhne an die Verkaufspreise, höhere Rohölkosten infolge der Lage im Nahen Osten sowie die globale Nachfrage nach KI-Komponenten und Halbleitern.
Angesichts der Annäherung der Kerninflation an das Zwei-Prozent-Ziel stellt die Notenbank weitere Anhebungen des Leitzinses in Aussicht, um einer Überhitzung frühzeitig entgegenzuwirken.
Zwischen Rohölrisiken und Yen-Schwäche
Obwohl staatliche Energiesubventionen den Preisanstieg im Sommer dämpfen, überwiegen mittelfristig Aufwärtsrisiken für die Inflation.
Der anhaltende Arbeitskräftemangel treibt das Lohnwachstum an, während die jüngste Abwertung des Yen Importgüter zusätzlich verteuert.
Gleichzeitig bleibt die Lage im Nahen Osten ein Unsicherheitsfaktor für die Rohstoffmärkte.
Die reale Zinsbelastung im Markt verharrt zwar im negativen Bereich, doch die Notenbank betont die Notwendigkeit, das Zinsniveau Schritt für Schritt anzupassen.
Die Wende lässt sich nicht aufschieben
Die Bank von Japan bereitet den Markt konsequent auf das Ende der Zinsfülle vor.
Zwar dämpfen staatliche Rabatte die teure Energie vorübergehend, doch die Lohn-Preis-Spirale dreht sich unaufhaltsam.
Das Zögern bei weiteren Anhebungen birgt das Risiko einer späten, dafür aber umso schmerzhafteren Vollbremsung.