Leitzins auf rund 1,25 Prozent angehoben
Zinserhöhung um 25 Basispunkte: Die Bank of Japan hebt den unbesicherten Tagesgeldsatz auf rund 1,25 Prozent an. Ausschlaggebend sind eine Kerninflation nahe dem Zwei-Prozent-Ziel und die anhaltende konjunkturelle Erholung.
Schrittweise Anpassung des Leitzinses
Die Bank of Japan (BOJ) hebt den Leitzins für unbesicherte Tagesgeldkredite von bisher rund 1,0 Prozent auf rund 1,25 Prozent an.
Der geldpolitische Rat bekräftigte, den Lockerungsgrad schrittweise weiter zurückzufahren und die Zinsen anzuheben, sofern sich Wirtschaft und Preise im Einklang mit dem Basisszenario entwickeln.
Ausschlaggebend für die Entscheidung ist die Kerninflation, die sich dem Ziel von zwei Prozent annähert.
Hohe Zuwächse bei den Erzeugerpreisen schlagen zunehmend auf die Verbraucherpreise durch, während die mittelfristigen Inflationserwartungen kontinuierlich anziehen.
Trotz des Zinsschritts stuft die Notenbank die finanziellen Bedingungen weiterhin als akkommodierend ein.
Globale KI-Nachfrage und Preisrisiken
Die japanische Wirtschaft setzt ihren moderaten Erholungskurs fort, unbeeindruckt von den Belastungen durch die Lage im Nahen Osten.
Zu den zentralen Stützen zählen eine kräftige weltweite Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz, eine verbesserte Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation sowie staatliche Unterstützungsmaßnahmen.
Als zentrales Risiko sieht die BOJ ein Überschießen der Kerninflation über das Stabilitätsziel von zwei Prozent.
Zudem beeinflussen Wechselkurse und geopolitische Spannungen den weiteren Pfad.
Tokios Zinswende gewinnt an Fahrt
Mit dem Zinsschritt auf 1,25 Prozent beschleunigt Tokio die Abkehr vom ultralockeren Regime.
Die Sorge vor einem Überschießen der Inflation ebnet den Weg für zusätzliche Anhebungen.
Für die globalen Kapitalmärkte schrumpft damit der Zinsabstand zu den westlichen Notenbanken zusehends.