321 Engpass-Produkte bedrohen Japans Industrieproduktion
Eine neue Studie der Bank of Japan kartiert erstmals Japans Lieferketten auf Unternehmensebene und identifiziert 321 kritische Engpass-Produkte. Die Ökonomen zeigen, dass Störungen im Automobilsektor besonders schwere Folgewirkungen auf die Gesamtwirtschaft haben.
Autobauer als Zentren gigantischer Netzwerke
Forschende der Bank of Japan haben aus Transaktionsdaten von über 15.000 Herstellern ein hochauflösendes Produktionsnetzwerk konstruiert.
Die Analyse ermittelt 197 zentrale Großunternehmen an der Spitze vielschichtiger Lieferketten.
Die Netzwerke der Automobilindustrie stechen durch extreme Länge und Skalierung hervor: Ein Endmontage-Betrieb ist im Schnitt mit rund 2.000 Zulieferern verknüpft.
Nachfrageschwankungen bei diesen zentralen Akteuren pflanzen sich tief fort und treffen Zulieferer härter als in anderen Branchen.
Zudem identifiziert das Papier 321 kritische Engpass-Produkte bei 286 Firmen, insbesondere in den Sektoren Elektronik, Maschinenbau, Chemie und Metallverarbeitung.
Puffer stoppen den Absturz
Simulationsanalysen zeigen die gravierenden Folgen von Ausfällen bei diesen Engpass-Produkten.
Hierbei erweist sich die betriebliche Lagerhaltung als entscheidender Puffer: Im Median können Material- und Produktlager den gesamtwirtschaftlichen Produktionseinbruch für rund vier Monate verzögern.
Ein Vergleich mit den minimalen Lagerbeständen der Mitte-2000er Jahre belegt, dass der jüngste strategische Lageraufbau japanischer Firmen die Resilienz der Lieferketten gegenüber kurzfristigen Schocks deutlich erhöht hat.
Wertvoller Kompass mit blinden Flecken
Die Studie liefert ein präzises Instrument zur Früherkennung systemischer Risiken in der Industrie.
Lückenhaft bleibt das Modell jedoch bei globalen Verflechtungen und dem Großhandel.
Für die Praxis steht fest: Extreme Schlankheit in Lieferketten wird ohne Lagerpuffer zum teuren Wagnis.