Anleihekäufe in Japan sinken auf Tiefststand seit 2013
Die Bank of Japan hat ihre monatlichen Staatsanleihekäufe im ersten Quartal 2026 auf 8,7 Billionen Yen gesenkt – den niedrigsten Wert seit Einführung der qualitativen und quantitativen Lockerung 2013. Zudem hob die Notenbank den Leitzins im Dezember 2025 auf etwa 0,75 Prozent an.
Rückzug aus dem Anleihemarkt und steigende Renditen
Im Geschäftsjahr 2025 reduzierte die japanische Zentralbank ihre monatlichen Käufe von Staatsanleihen (JGBs) planmäßig um rund 400 Milliarden Yen pro Quartal.
Im Quartal von Januar bis März 2026 erreichten die Käufe mit insgesamt 8,7 Billionen Yen beziehungsweise 2,9 Billionen Yen pro Monat den tiefsten Stand seit April 2013.
Parallel dazu stiegen die Renditen zehnjähriger Anleihen Ende März 2026 auf 2,35 bis 2,40 Prozent – den höchsten Stand seit Februar 1999.
Ursächlich hierfür waren die Anhebung des Leitzinses auf circa 0,75 Prozent im Dezember 2025, gestiegene Zinserwartungen sowie Inflationssorgen im Zuge höherer Rohölpreise.
Zudem startete die Notenbank im Januar 2026 den geordneten Verkauf ihrer ETF- und J-REIT-Bestände.
Deutlicher Abbau der Zentralbankbilanz
Die Bilanzsumme der Notenbank verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 um 66,7 Billionen Yen auf 663,0 Billionen Yen.
Die Giroguthaben der Finanzinstitute bei der Zentralbank sanken um 70,7 Billionen Yen auf 459,7 Billionen Yen.
Haupttreiber dieses Rückgangs waren die gedrosselten Anleihekäufe sowie das Auslaufen des Sonderprogramms zur Förderung der Bankkreditvergabe, dessen Bestand um 24,5 Billionen Yen auf 48,5 Billionen Yen schrumpfte.
Dagegen legte das Programm zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen um 6,9 Billionen Yen auf 21,1 Billionen Yen zu.
Wendepunkt ohne Garantie
Der Jahresbericht dokumentiert das endgültige Ende der ultraexpansiven Notenbankära in Tokio.
Trotz der geglückten Marktbereinigung bleibt die schrittweise Reduzierung der Anleihekäufe ein hochriskantes Unterfangen für die staatliche Tragfähigkeit.
Ohne eine dauerhafte Verankerung der Inflation droht den Märkten bei künftigen Zinsanhebungen eine erhebliche Volatilität.