Koeda plädiert bei 1,25 Prozent für weitere Zinserhöhungen
Junko Koeda, Ratsmitglied der Bank of Japan (BoJ), plädiert am 15. Oktober 2026 in Kumamoto für rechtzeitige weitere Zinserhöhungen. Sie verweist auf anhaltende Aufwärtsrisiken für die Preise und weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen.
Neutralzins deutlich über einem Prozent
Nach der Zinserhöhung im September 2026 liegt der unbesicherte Tagesgeldsatz bei rund 1,25 Prozent.
Koeda verortet den neutralen Nominalzins deutlich über 1 Prozent; aus Potenzialwachstum plus Inflationsziel ergibt sich für sie ein möglicher Wert über 2 Prozent.
Die BoJ-Schätzspanne beträgt real minus 0,9 bis plus 0,5 Prozent, nominal 1,1 bis 2,5 Prozent.
Die zugrunde liegende Inflation sieht Koeda bei etwa 2 Prozent und zunehmend dort verankert.
Mehr als 70 Prozent der über 500 Verbraucherpreispositionen verteuern sich im Vorjahresvergleich.
Die neun Ratsmitglieder bewerteten im Juli die Wachstumsrisiken als ausgewogen, die Preisrisiken für die Fiskaljahre 2026 und 2027 dagegen als aufwärtsgerichtet.
Koeda warnt vor übermäßiger Zurückhaltung bei weiteren Zinserhöhungen.
Weniger Anleihekäufe, teurere Importe
Der Beschluss vom Juni 2026 senkt die monatlichen Staatsanleihekäufe bis März 2027 grundsätzlich je Quartal um rund 200 Mrd. Yen; ab April gelten etwa 2 Bio. Yen monatlich.
Tilgungen sollen die Käufe mehrere Jahre übersteigen.
Bei raschem Renditeanstieg bleiben zusätzliche Käufe möglich.
Yen-Abwertung, Nahostkonflikt und KI-Nachfrage erhöhen laut Koeda den Preisdruck.
Der September-Tankan zeigt solide Investitionspläne; Baukosten bremsen stärker als Zinsen.
Klimarisiken belasten die Angebotsseite, während Arbeitskräftemangel und höhere Löhne die Preisübertragung prägen.
1,25 Prozent sind kein Endpunkt
Koeda sieht trotz höherer Zinsen weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen.
Ihr Plädoyer für weitere Erhöhungen stützt sich auf breiten Preisauftrieb und einen höheren Neutralzins.
Zugleich will sie die kumulierten Belastungen der Haushalte durch Zinserhöhungen prüfen.