Masu dringt auf Leitzins im neutralen Bereich ab 1,1 Prozent
BOJ-Ratsmitglied Kazuyuki Masu hat sich am 10. September 2026 in Fukui für weitere Zinserhöhungen ausgesprochen. Der Leitzins von aktuell 1,0 Prozent müsse in den neutralen Bereich von 1,1 bis 2,5 Prozent steigen, um die geldpolitische Normalisierung Japans abzuschließen.
Lücke zum neutralen Zins schließen
Japan hat die Negativzinspolitik seit März 2024 mit fünf Zinsschritten auf aktuell 1,0 Prozent verlassen, doch Masu sieht weiteren Handlungsbedarf.
Die kurzfristigen Realzinsen auf Sicht von ein bis zwei Jahren verharren weiterhin im negativen Bereich, was Risiken wie übermäßige Kreditaufnahmen im Immobiliensektor birgt.
Der geschätzte nominale neutrale Zins liegt laut BOJ-Modellen in einer Spanne von 1,1 bis 2,5 Prozent – basierend auf einem natürlichen Zins zwischen minus 0,9 und plus 0,5 Prozent zuzüglich des Inflationsziels von 2,0 Prozent.
„Um die Normalisierung der Geldpolitik in Japan abzuschließen, muss die Bank den Leitzins weiter anheben“, betonte Masu vor Wirtschaftsvertretern.
Die Kerninflation nähere sich dem Ziel von 2,0 Prozent.
Nahost-Risiken und Anleihebremse
Als wesentliche Risikofaktoren nannte Masu die Schließung der Straße von Hormus, über die über 70 Prozent der japanischen Rohölimporte laufen, sowie steigende Straßengütertransportkosten von fast 6,0 Prozent im Juli.
Auch der weltweite KI-Boom treibe Vorleistungspreise für Halbleiter und Kupfer.
Parallel konsolidiert die BOJ ihre Bilanz: Die Staatsanleihebestände, die in der Spitze fast 590 Billionen Yen beziehungsweise 50 Prozent des Marktes erreichten, sinken schrittweise.
Ab dem Fiskaljahr 2027 werden die monatlichen Zukäufe konstant bei rund 2,0 Billionen Yen gehalten.
Klare Kante gegen negative Realzinsen
Masus Forderung verdeutlicht den festen Willen im BOJ-Rat, die Zinsen zügig weiter anzuheben.
Die anhaltend negativen Realzinsen schaffen spürbare Fehlanreize bei Investitionen und Immobilien.
Für Japans Wirtschaft bedeutet dies unweigerlich steigende Finanzierungskosten.