Himino signalisiert weitere Zinsanhebungen über 1,0 Prozent
Die Bank of Japan bereitet weitere Zinsanhebungen vor. Vize-Gouverneur Ryozo Himino betonte am 27. August in Saitama, dass die Notenbank nach dem Anstieg des Leitzinses auf 1,0 Prozent im Juni den geldpolitischen Lockerungsgrad weiter verringern müsse, da die Kerninflation zwei Prozent ansteuere.
KI-Boom und schwacher Yen treiben Teuerung
Vier Faktoren prägen aktuell die japanische Konjunktur: der Nahost-Konflikt, der weltweite KI-Boom, die Schwäche des Yen und lockere Finanzierungsbedingungen.
Während die Risiken schwerer Lieferkettenunterbrechungen nachgelassen haben, treiben Rohstoff- und Halbleiterpreise die Teuerung.
Im Juli legten die Importpreise um 17 Prozent zu, während die Exportpreise um 10 Prozent stiegen – maßgeblich gestützt durch Speicherchips und Chipfertigungsanlagen.
Gleichzeitig belastet der schwache Yen kleine und mittlere Betriebe: In einer Umfrage gaben 41,5 Prozent der Mittelständler an, dass Wechselkursverluste schwerer wiegen als steigende Zinsen.
Laut einer NHK-Erhebung bewerten 61 Prozent der Bevölkerung die Yen-Schwäche negativ, während nur 22 Prozent Vorteile sehen.
Der Zins als Gaspedal und Bremse
Mit dem Schritt auf 1,0 Prozent im Juni erreichte der Leitzins den höchsten Stand seit 31 Jahren.
Trotzdem bleiben die Realzinsen negativ.
Himino verglich die Notenbankpolitik mit der Steuerung eines Busses: Geldpolitische Impulse wirkten erst nach ein bis zwei Jahren voll auf Preise und Konjunktur.
Da sich die Kernteuerung dem Ziel nähere, müsse die Notenbank „den Fuß vom Gas nehmen“, so Himino. Die Anpassung des Lockerungsgrades diene einer geordneten Wirtschaftsentwicklung.
Abschied vom künstlich billigen Geld
Himinos Rede markiert den endgültigen Bruch mit Japans ultralockerer Zinspolitik.
Indem die Notenbank Inflationsrisiken priorisiert, stellt sie die Märkte auf zügige Zinsanhebungen ein.
Für die japanische Wirtschaft bedeutet dieser Kurswechsel das überfällige Ende künstlich verbilligten Kapitals.