Ueda erklärt Japans Überschuss mit hohen Unternehmensersparnissen
BOJ Rede

Ueda erklärt Japans Überschuss mit hohen Un­ter­neh­mens­er­spar­nis­sen

Kazuo Ueda, Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), führt Japans anhaltenden Leistungsbilanzüberschuss auf hohe Unternehmensersparnisse und Auslandsinvestitionen zurück. Mehr als 70 Prozent der Firmen investierten 2023–2024 jedoch stärker im Inland als zuvor.

Vom Warenexport zu Auslandserträgen

Bei der Michel-Camdessus-Zentralbankvorlesung des Internationalen Währungsfonds (IWF) erklärt Ueda den Wandel von Handels- zu Vermögenserträgen.

Japans Leistungsbilanzüberschuss lag rund vier Jahrzehnte meist bei 2 bis 4 Prozent des BIP.

Der Warenüberschuss von über 4 Prozent Mitte der 1980er Jahre wich einem Defizit; der Primäreinkommensüberschuss stieg auf über 6 Prozent.

Nach dem Investitionsboom um 1990 senkten Firmen ihre Investitionen und tilgten bis Anfang der 2010er Jahre Schulden.

Seit Ende der 1990er Jahre sind sie Nettosparer und gleichen sinkende Haushaltsersparnisse sowie staatliche Defizite aus.

Die Lockerung nach dem Plaza-Abkommen und die Reformen des Maekawa-Berichts von 1986 gingen dem Boom voraus.

Kapital folgt den Auslandsmärkten

Seit 2012 dominieren Direktinvestitionen die Kapitalabflüsse.

Ihr Anteil stieg von 21,0 Prozent 1996–2011 auf 46,5 Prozent 2012–2025; Portfolioanlagen sanken von 53,9 auf 26,2 Prozent, sonstige Anlagen stiegen von 25,1 auf 27,4 Prozent.

Direktinvestitionen rentierten nach der Bilanzsanierung vielfach mit über 8 Prozent.

Im Ausland einbehaltene Gewinne zählen statistisch zu Japans Ersparnissen und neuen Direktinvestitionen.

Alterung belastete laut Ueda zunächst die erwartete Inlandsnachfrage; heutiger Arbeitskräftemangel fördert dagegen Automatisierung im Inland.

Mehr Investitionen, kein Endpunkt

Der jüngste Investitionsanstieg belegt für Ueda noch keinen dauerhaften Abbau des Überschusses.

Bankkredite wachsen zuletzt um über 5 Prozent, so schnell wie seit drei Jahrzehnten nicht, ausgenommen das Jahr 2020 mit staatlichen Kredithilfen.

Hohe Auslandsvermögen und Renditevorteile stützen laut Ueda die Primäreinkommen weiterhin.

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