Japanische Großindustrie hebt Stimmungsindex auf 24 Punkte
BOJ Daten

Japanische Großindustrie hebt Stimmungsindex auf 24 Punkte

Die Stimmung in Japans großen Industrieunternehmen hat sich im September 2026 leicht aufgehellt: Der Stimmungsindex der Bank of Japan stieg um zwei Punkte auf plus 24. Zugleich planen die Großkonzerne für das Geschäftsjahr 2026 ein Investitionsplus von 11,3 Prozent.

Industrie im Plus, aber Ausblick trübt sich ein

Die vierteljährliche Tankan-Umfrage der Bank of Japan für September 2026 zeigt eine robuste Verfassung der japanischen Wirtschaft.

Bei den großen Verarbeitungsbetrieben stieg der Diffusionsindex der Geschäftslage um zwei Zähler auf plus 24 Punkte, getragen von Zuwächsen im allgemeinen Maschinenbau (40) und bei elektrischen Maschinen (35).

Auch mittlere (+6 auf 23) und kleine Industrieunternehmen (+5 auf 14) meldeten spürbare Verbesserungen.

Der Dienstleistungssektor der Großunternehmen verlor hingegen zwei Zähler auf 35 Punkte, verbleibt aber auf hohem Niveau.

Für das Gesamtklima aller Unternehmen ergibt sich ein Stand von plus 21. Die Aussichten für das vierte Quartal fallen verhaltener aus: Großkonzerne prognostizieren einen Rückgang auf 21 Punkte.

Kräftige Investitionspläne und steigende Kreditzinsen

Die Sachinvestitionen der Großunternehmen sollen im Geschäftsjahr 2026 um 11,3 Prozent zulegen, in der Fertigung sogar um 11,6 Prozent.

Bei den Exportunternehmen basiert die Kalkulation auf einem durchschnittlichen Wechselkurs von 153,79 Yen je US-Dollar.

Parallel dazu verschärft sich der Arbeitskräftemangel: Der Beschäftigungs-Index aller Betriebe liegt bei minus 38 Punkten.

Der Index für Kreditzinsen kletterte um sieben Zähler auf 68 Punkte und spiegelt höhere Finanzierungskosten wider.

Die Fünf-Jahres-Inflationserwartung der Unternehmen verharrt bei 2,5 Prozent.

Rückenwind für Zinserhöhungen

Der Tankan liefert der Bank of Japan die nötige Flankendeckung für ihren Zinskurs.

Trotz vorsichtigerer Prognosen untermauern hohe Investitionen und der chronische Personalmangel den Preis- und Lohndruck.

Für Gouverneur Ueda bleibt der Weg zu weiteren Zinsanhebungen damit frei.

Quelle: Tankan (Sept.): Summary and Outline

IN:

Fehler melden