Südkoreas BIP wächst um 0,6 Prozent im zweiten Quartal
Südkoreas reales Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal 2026 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Wie die Bank of Korea mitteilte, legte das reale Bruttonationaleinkommen dank verbesserter Terms of Trade parallel um 3,1 Prozent zu.
Industrie wächst, Bauwirtschaft schrumpft
Auf der Produktionsseite stützte vor allem das verarbeitende Gewerbe das Wachstum mit einem Plus von 1,4 Prozent, angeführt von Zuwächsen bei Computern sowie elektronischen und optischen Produkten.
Der Dienstleistungssektor legte um 1,0 Prozent zu, getragen von Handel, Gastgewerbe, Finanzdienstleistungen und Informationstechnik.
Im Bausektor ging die Wirtschaftsleistung dagegen um 1,9 Prozent zurück.
Ausgabenseitig stiegen die Exporte vor allem dank Halbleitern und Maschinen um 1,3 Prozent, während die Importe um 0,7 Prozent zulegten.
Der private Konsum wuchs um 0,4 Prozent, gestützt durch Ausgaben für Haushaltsgeräte und Dienstleistungen.
Die Investitionen in geistiges Eigentum expandierten um 3,4 Prozent, während die Bauinvestitionen um 0,1 Prozent nachgaben.
Unternehmensgewinne treiben Nominaleinkommen
Nominal stieg das Bruttoinlandsprodukt um 9,2 Prozent zum Vorquartal.
Getrieben wurde diese Entwicklung vom Bruttobetriebsüberschuss der Unternehmen, der um 18,5 Prozent zulegte, während die Arbeitnehmerentgelte um 1,9 Prozent stiegen.
Der BIP-Deflator kletterte im Jahresvergleich um 21,9 Prozent.
Zugleich erhöhte sich die Bruttosparquote auf 45,6 Prozent nach 41,7 Prozent im Vorquartal.
Die Netto-Sparquote der privaten Haushalte stieg auf 9,7 Prozent, während die inländische Investitionsquote auf 24,2 Prozent sank.
Technologieboom maskiert Bauschwäche
Südkoreas Wachstum hängt unverändert stark am globalen Technologiezyklus.
Während Halbleiterexporte die Unternehmensgewinne antreiben, bremst die anhaltende Bauschwäche die Binnenkonjunktur.
Die wachsende Kluft zwischen exportstarker Industrie und Inlandsinvestitionen macht die Dynamik krisenanfällig.