Betrugsrate in Irland klettert laut Kincaid auf 10,6 Prozent
Die Betrugsrate in Irland ist 2025 auf 10,6 Prozent gestiegen, nach 3,9 Prozent im Jahr 2019. Am 9. Oktober 2026 forderte Zentralbank-Vize Colm Kincaid auf der ICJA-Konferenz eine verbindliche Kooperation von Aufsicht, Justiz und Technologiekonzernen.
Digitale Tatorte und reale Einbußen
Betrug hat sich in Irland zur häufigsten Form persönlicher Kriminalität entwickelt: 10,6 Prozent der Bevölkerung wurden 2025 Opfer betrügerischer Machenschaften, verglichen mit 3,9 Prozent im Jahr 2019 und nur 2,4 Prozent 2015.
Kincaid verwies darauf, dass Tatorte von der Straße auf Laptops und Smartphones verlagert wurden.
Fast drei Viertel der Betroffenen erleiden zudem nicht-monetäre Schäden wie Vertrauensverlust oder gesundheitliche Beeinträchtigungen.
Die OECD stufte Betrug im aktuellen Risk Monitor als größtes Risiko für Finanzverbraucher ein.
„Wirtschaftskriminalität wächst, und kein Akteur kann sie alleine stoppen“, betonte Kincaid.
Er verlangte klare Verantwortung und vernetztes Handeln aller Stellen.
Aufsicht nimmt Tech-Konzerne ins Visier
Die irische Notenbank agiert seit 2025 als gesetzlicher Trusted Flagger, um illegale Online-Inhalte prioritär entfernen zu lassen.
Zugleich schloss sie eine thematische Prüfung von Push-Payment-Betrug im Bankensektor ab.
Kincaid fordert nun eine gesetzliche Betrugsdatenbank im Rahmen der National Payments Strategy sowie die Nutzung neuer EU-Regularien: Artikel 75 der Geldwäscheverordnung erlaubt Datenteilungspartnerschaften, während die Zahlungsdiensteverordnung Plattformen künftig stärker in die Pflicht nimmt.
Appelle stoppen keine Kriminellen
Kincaid legt den Finger in die Wunde: Isolierte Behörden scheitern an globalen Betrugsnetzwerken.
Das nachträgliche Löschen gemeldeter Betrugsversuche durch Plattformen greift jedoch viel zu kurz.
Ohne eine harte finanzielle Haftung für Internetkonzerne bleibt die geforderte Kooperation ein stumpfes Schwert.