Makhlouf warnt vor Aufweichung europäischer Bankenregeln
Irlands Zentralbankgouverneur Gabriel Makhlouf hat beim Eurofi-Forum vor einer Deregulierung des Finanzsektors gewarnt. Resilienz sei die Voraussetzung für europäische Wettbewerbsfähigkeit und dürfe nicht für kurzfristige Erleichterungen geopfert werden.
Widerstandskraft statt Deregulierung
Gabriel Makhlouf erteilte Forderungen nach einer Deregulierung eine klare Absage.
„Resilienz ist kein Hindernis für Wettbewerbsfähigkeit, sondern deren Voraussetzung“, betonte der Gouverneur der irischen Zentralbank.
Ein unterkapitalisierter Finanzsektor sei global nicht konkurrenzfähig.
Als eigentliches Problem benannte Makhlouf die Marktfragmentierung: Grenzüberschreitende Kredite an Unternehmen machen im Euroraum lediglich ein Sechstel des Volumens aus.
Ursache seien nicht die Eigenkapitalanforderungen, sondern reale Barrieren wie divergierende Insolvenzrechte und die zersplitterte digitale Infrastruktur.
Binnenmarkt und Einlagensicherung vollenden
Für eine echte Kapitalmarktunion fehle es nicht an Mitteln: Den von Mario Draghi bezifferten Investitionsbedarfen von 750 bis 800 Milliarden Euro pro Jahr stünden rund 10 Billionen Euro an Bankeinlagen gegenüber.
Kapital fließe jedoch ab, weil Renditeaussichten andernorts höher seien.
Um Ersparnisse produktiv zu binden, mahnte Makhlouf die Vollendung der Bankenunion samt europäischer Einlagensicherung an.
Zudem brauche ein voll integrierter Kapitalmarkt letztlich auch einen gemeinsamen sicheren europäischen Vermögenswert.
Falsche Debatte um Kapitalregeln
Makhlouf entlarvt den Trugschluss, Wettbewerbsfähigkeit durch schwächere Bankenregeln erkaufen zu wollen.
Die Verteidigung harter Puffer ist mit Blick auf globale Schocks ökonomisch folgerichtig.
Ohne politischen Einigungswillen bei EDIS und EU-Anleihen verpuffen seine Mahnungen jedoch im Rat.