Makhlouf mahnt Tempo bei Binnenmarkt und Bankenunion an
Europas Binnenmarkt muss bei Waren, Dienstleistungen und Kapital gleichzeitig vollendet werden. Das forderte Gabriel Makhlouf, Gouverneur der irischen Zentralbank, am 17. September 2026 beim Eurofi Financial Forum in Dublin mit Blick auf das ungenutzte wirtschaftliche Potenzial.
Kapital folgt der realen Wirtschaft
Auf dem Eurofi Financial Forum in Dublin forderte Irlands Zentralbankgouverneur Gabriel Makhlouf ein deutlich höheres Tempo bei der europäischen Integration.
Ein funktionierender Kapitalmarkt lasse sich nicht isoliert schaffen, sondern setze zwingend integrierte Waren- und Dienstleistungsmärkte voraus.
„Kapital folgt der realen wirtschaftlichen Aktivität“, betonte Makhlouf.
Grenzüberschreitendes Bankgeschäft sei ohne grenzüberschreitend agierende Unternehmen nicht denkbar.
Vor diesem Hintergrund reiche es nicht aus, einzelne Teilbereiche schrittweise anzugehen; erforderlich sei vielmehr ein simultanes Vorantreiben des Binnenmarkts in allen Dimensionen, um das wirtschaftliche Potenzial Europas vollständig auszuschöpfen.
Strukturhürden wiegen schwerer als Eigenkapitalregeln
Als größte Hindernisse für grenzüberschreitendes Banking identifizierte Makhlouf fragmentierte Insolvenz- und Arbeitsrechtsregime sowie zersplitterte digitale Infrastrukturen.
Diese Barrieren hemmten die Aktivität stärker als regulatorische Eigenkapitalvorgaben.
Zugleich wandte er sich gegen Bestrebungen, die Widerstandskraft des Finanzsektors zu schwächen.
Die Modernisierungen nach der Finanzkrise hätten das System krisenfest gemacht; Banken bräuchten keine geringere Regulierung, sondern einen tiefen, barrierefreien Markt.
Richtige Diagnose, bekannte Blockaden
Makhlouf benennt treffend die strukturellen Bremsklötze, die Europas Finanzmarkt seit Jahren lähmen.
Seine Absage an eine Deregulierung der Kapitalregeln setzt das richtige Signal für die Stabilität.
Ohne den politischen Willen zur Rechtsangleichung in den Hauptstädten verhallt der Weckruf jedoch einmal mehr.