Makhlouf fordert europäische Geschlossenheit
Irlands Zentralbankgouverneur Gabriel Makhlouf hat beim informellen ECOFIN-Treffen in Dublin zu engerer europäischer Zusammenarbeit aufgerufen. Angesichts technologischer Umbrüche wie künstlicher Intelligenz und digitaler Zahlungssysteme sei kollektives Handeln unerlässlich.
Gemeinsam gegen den globalen Umbruch
Beim informellen ECOFIN-Treffen in Dublin Castle betonte der Gouverneur der irischen Zentralbank, Gabriel Makhlouf, die Notwendigkeit geschlossenen Handelns in Europa.
Im Fokus der Beratungen standen geopolitische und geoökonomische Fragmentierung sowie der rasante Wandel im Finanzsystem.
Insbesondere künstliche Intelligenz, digitales Banking und neue Formen von Geld sowie Zahlungssystemen verändern die Finanzarchitektur tiefgreifend.
Makhlouf verwies auf die irische Tradition des „Meitheal“, bei der Nachbarn schwierige Aufgaben gemeinschaftlich lösen.
„Kein Mitgliedstaat kann sich diesen Kräften vollständig entziehen“, mahnte der Notenbankchef vor den europäischen Ministern und Gouverneuren.
Vertrauen lässt sich nicht verordnen
Als zentrales Fundament für Stabilität und technologische Innovation hob Makhlouf das Vertrauen der Bürger hervor.
Dieses lasse sich nicht allein durch Regulierung oder Dekrete schaffen, sondern entstehe über Kompetenz und verlässliche Beziehungen im europäischen Binnenmarkt.
Mit Blick auf die irische EU-Ratspräsidentschaft zitierte er das irische Sprichwort „Ní neart go cur le Chéile“: Es gebe keine Stärke ohne Einheit.
Kollektive Handlungsfähigkeit sei entscheidend, um Arbeitsplätze und Investitionen abzusichern.
Atmosphäre schlägt Substanz
Makhloufs Rede beschwört die europäische Einheit, bleibt bei konkreten Regulierungsfragen jedoch vage.
Das Beschwören von Traditionen kaschiert die bestehenden Differenzen bei der Kapitalmarktunion nicht.
Für Marktteilnehmer liefert das Dinner atmosphärischen Kontext, aber keine messbaren Impulse.