Einlagenzins bleibt trotz 3,8 Prozent Inflation bei 2,5 Prozent
Gabriel Makhlouf unterstützt die Zinspause der Europäischen Zentralbank (EZB), hat aber auch eine Erhöhung erwogen. Der Einlagenzins bleibt bei 2,5 Prozent; Energiepreise treiben die Inflation, während straffere Finanzierungsbedingungen die Nachfrage bremsen.
Zinsschritte wirken noch nach
Seit Juni hat die EZB den Einlagenzins durch Erhöhungen im Juni und September um insgesamt 50 Basispunkte erhöht.
Makhlouf verweist auf verzögerte Wirkungen und seit September gestiegene langfristige Anleiherenditen.
Im Euroraum lag die Inflation im September bei 3,8 Prozent, dem höchsten Stand seit 2023; die Kerninflation erreichte 2,5 Prozent.
Anders als 2022 bleiben breitere Preisschübe weitgehend auf Energie begrenzt.
Indirekte Effekte verstärken sich nicht, Zweitrundeneffekte fehlen bislang.
Im Dezember sollen neue Projektionen Energie- und Finanzierungseffekte abwägen.
Weitere Schritte bleiben möglich, ein Zinspfad ist nicht zugesagt.
Das mittelfristige Ziel bleibt 2 Prozent.
Christine Lagarde kündigte ihren Rücktritt als EZB-Präsidentin für Februar an.
Irlands Energieabhängigkeit treibt die Preise
Irlands HVPI stieg im September um 3,8 Prozent, Energie um über 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Ohne Energie und Nahrungsmittel betrug die Inflation 3,1 Prozent; Dienstleistungen verteuerten sich um rund 4,1 Prozent, Waren um 0,9 Prozent.
Mindestens monatlich gekaufte Güter und Leistungen kosteten 3,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 28 Prozent mehr als 2019.
Diese Kategorie umfasst meist knapp die Hälfte des Warenkorbs.
Makhlouf beobachtet vor Dezember Energie, indirekte Preiseffekte, Löhne und Finanzierung.
Bisher fehlen Hinweise auf nominale Lohnzuwächse deutlich über der Inflation.
Widerstandskraft hat ihre Grenzen
Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht trotz globaler Widerstandskraft Abwärtsrisiken, berichtete Makhlouf von der Jahrestagung in Bangkok.
Eine KI-bedingte Marktkorrektur hält er für wahrscheinlicher als ihr Ausbleiben.
Bei vernetzten, verschuldeten Nichtbanken setzt er auf strengere Regulierung und Überwachung.