Makhlouf stellt Vertrauen ins Zentrum des Zahlungsverkehrs
CBI Rede

Makhlouf stellt Vertrauen ins Zentrum des Zahlungsverkehrs

Verbraucher priorisieren beim Bezahlen Sicherheit und Verlässlichkeit vor Tempo und Kosten. Gabriel Makhlouf, Gouverneur der irischen Zentralbank, betonte am 18. September 2026 die unverzichtbare Ankerfunktion öffentlichen Zentralbankgeldes für künftige Finanztechnologien.

Eine Milliarde Euro für Transaktionen

Die irische Notenbank legte neue Erhebungen zum Zahlungsverhalten vor: Fast die Hälfte der unter 35-Jährigen nutzt mobile Wallets als primäres Zahlungsmittel.

Drei von fünf Erwachsenen in Irland nutzen inzwischen Digital- oder Neobanken, überwiegend für Zahlungsfunktionen.

Gleichzeitig gaben Konsumenten an, dass Sicherheitsgarantien und Betrugsschutz für sie deutlich wichtiger sind als Schnelligkeit oder geringe Gebühren.

Für den Handel beziffert die Zentralbank die jährlichen Abwicklungskosten auf mindestens eine Milliarde Euro – rund 0,3 Prozent des modifizierten Bruttonationaleinkommens (BNE*).

Makhlouf hob hervor, dass kleinere Händler pro Transaktion unverhältnismäßig höhere Kosten tragen als Großkonzerne und diese Belastungen an die Verbraucher weitergeben.

Öffentliches Geld als Anker

Makhlouf betonte die zweistufige Architektur des Geldsystems: Zentralbankgeld bleibe die risikolose Recheneinheit, auf der privates Geld aufbaue.

Im Eurosystem verwies er auf die Projekte Pontes und Appia zur Verknüpfung von Distributed-Ledger-Technologie mit den TARGET-Diensten für den Großkundenzahlungsverkehr.

Im Retail-Bereich müssten Bargeld und künftig der digitale Euro das Vertrauen sichern.

Der Zentralbank-Gouverneur forderte klare Leitplanken für FinTechs und Stablecoins, um eine Marktfragmentierung zu verhindern: „Resilienz allein reicht nicht aus“, wenn inkompatible Standards entstehen.

Warnschuss an die FinTech-Euphorie

Die Erhebung entzaubert die Hoffnung von Neobanken auf einen schnellen Vertrauensvorsprung.

Hohe Transaktionskosten und Fragmentierungsrisiken liefern den Notenbanken stichhaltige Argumente für den digitalen Euro.

Für FinTechs markiert dieser Vorstoß das Ende regulatorischer Schonräume.

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