Makhlouf fordert mehr Substanz und IT-Resilienz bei Fonds
CBI Rede

Makhlouf fordert mehr Substanz und IT-Resilienz bei Fonds

Irlands Fondsbranche verwaltet 5,6 Billionen Euro an Vermögenswerten. Zentralbank-Gouverneur Gabriel Makhlouf mahnte auf der Branchenkonferenz am 1. Oktober 2026 mehr operative Ausfallsicherheit und echte Entscheidungssubstanz bei ausgelagerten Fondsaktivitäten an.

Klumpenrisiken bei IT-Dienstleistern

Mit einem verwalteten Vermögen von 5,6 Billionen Euro ist Irland der zweitgrößte Fondsstandort in Europa.

Zentralbank-Gouverneur Gabriel Makhlouf betonte die Anfälligkeit des Sektors für operationelle Störungen.

Insbesondere die starke Abhängigkeit von wenigen IT- und Cloud-Dienstleistern schaffe systemische Verwundbarkeiten.

Fällt eine zentrale Datenplattform aus, drohen weitreichende Ausfälle.

Die Zentralbank verlangt von den Instituten erprobte Ausstiegsstrategien und ein klares Risikomanagement auf Vorstandsebene.

Zwar hätten die Fonds frühere Schocks wie die Pandemie und Zinssprünge bewältigt, doch zeigten sich Defizite beim Liquiditätsmanagement und der Bewertung.

Regeln für Auslagerungen und Tokenisierung

Für Anfang 2027 kündigte die irische Zentralbank eine Konsultation zu neuen Governance-Vorgaben für Fondsverwaltungsgesellschaften an.

Auslagerungen bleiben zwar erlaubt, erfordern jedoch reale Entscheidungskapazitäten und wirksame Kontrolle vor Ort.

Parallel treibt die Notenbank die Modernisierung voran: Das Eurosystem ermöglicht inzwischen die Abwicklung von DLT-Transaktionen in Zentralbankgeld.

Gleichzeitig hält die Bevölkerung im Euroraum nur etwa ein Fünftel ihres Vermögens in Wertpapieren.

Schluss mit reinen Briefkastenfirmen

Die irische Aufsicht legt den Finger in die offenen Wunden der europäischen Fondsbranche.

Bloße Briefkastenstrukturen und ungeprüfte IT-Auslagerungen gefährden die Stabilität des gesamten Finanzplatzes.

Die angekündigten Governance-Verschärfungen erhöhen den Druck auf globale Asset-Manager spürbar.

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