Irischer Fondssektor verdreifacht Volumen auf 5,6 Billionen Euro
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Irischer Fondssektor verdreifacht Volumen auf 5,6 Billionen Euro

Die Zentralbank von Irland hat eine umfassende Überprüfung der Fondsdelegation veröffentlicht. Dabei wurden bei 121 Fondsmanagementgesellschaften Defizite bei der Unabhängigkeit und Ressourcenausstattung festgestellt.

Vom Boom zur Belastungsprobe

In den vergangenen zehn Jahren hat sich der irische Fondssektor mehr als verdreifacht: Das verwaltete Vermögen stieg von 1,6 auf 5,6 Billionen Euro, während die Zahl der zugelassenen Fonds um 50 Prozent auf 9.000 kletterte.

Stellvertretende Gouverneurin Derville McMunn betonte bei einer Rede in Dublin die wachsende Komplexität und die Bedeutung robuster Strukturen.

Die jüngste Überprüfung umfasste 121 Fondsmanagementgesellschaften, darunter 41 detaillierte Schreibtischprüfungen und 21 Vor-Ort-Inspektionen bei Firmen, die über 35 Prozent des Gesamtvermögens repräsentieren.

Dabei zeigte sich, dass trotz erkennbarer Fortschritte in vielen Bereichen Nachbesserungsbedarf besteht.

Insbesondere mangelnde Vorstandsunabhängigkeit, eine übermäßige Abhängigkeit von Gruppenkomitees sowie unzureichende Notfallplanungen und eingeschränkter Datenzugriff bereiten Sorge.

Neuausrichtung der Aufsicht 2027

Als Konsequenz aus den Inspektionsergebnissen kündigte die Zentralbank eine umfassende Reform der Governance-Regeln für das kommende Jahr an.

Ziel ist es, die Leitlinien für Fondsmanagementgesellschaften zu vereinfachen und das System der zentralen Führungskräfte zu straffen.

Zudem prüft die Behörde die proportionale Anwendung des Rahmenwerks für individuelle Verantwortlichkeit auf den Fondssektor.

Eine formelle Marktkonsultation zu diesen Anpassungen ist für Anfang 2027 geplant.

Verantwortung ist nicht delegierbar

Die irische Aufsicht macht unmissverständlich klar, dass Auslagerungen die rechtliche Verantwortung der Vorstände nicht verwässern.

Diese unnachgiebige Haltung erhöht den Druck auf Asset Manager erheblich.

Wer im globalen Wettbewerb bestehen will, muss Governance künftig als echten Schutzschild statt als Pflichtübung begreifen.