Kincaid mahnt langfristige Reform des öffentlichen Dienstes an
Auf der DPER-Konferenz in Dublin forderte Vize-Gouverneur Colm Kincaid eine vorausschauende Personal- und Digitalstrategie für den öffentlichen Dienst. Angesichts von Alterung, Migration und KI müssten Institutionen langfristige Fähigkeiten aufbauen.
Demografischer Wandel und Migration prägen Arbeitsmarkt
Kincaid verwies auf fundamentale Umbrüche in der Erwerbsbevölkerung.
In Irland stieg die Erwerbsquote der 65- bis 69-Jährigen zwischen 2019 und 2025 von 23 auf 30 Prozent – ein europäischer Spitzenwert.
Gleichzeitig wuchs die Erwerbsbevölkerung des Euroraums von 2021 bis 2025 um mehr als acht Millionen Personen, wovon fast die Hälfte auf Nicht-Euroraum-Staatsangehörige entfiel.
Irland verzeichnete in den fünf Jahren bis 2026 einen Bevölkerungszuwachs von rund 500.000 Menschen, der zu fast zwei Dritteln aus einer Nettozuwanderung von über 316.000 Personen resultierte.
Öffentliche Arbeitgeber müssten Karrieren flexibler gestalten und Kompetenzen kontinuierlich erneuern, um Beschäftigte länger im Dienst zu halten und internationale Talente effektiv einzubinden.
Zwischen KI-Einsatz und Präsenzkultur
Neben dem demografischen Wandel forderte Kincaid eine kontrollierte Integration künstlicher Intelligenz sowie klare Regeln für hybrides Arbeiten.
Bei der Central Bank of Ireland dürfen Mitarbeiter bis zu 50 Prozent mobil arbeiten, wobei die Anwesenheit erfasst wird.
„Wir müssen die menschlichen Kernfähigkeiten wie Urteilsvermögen und Empathie bewahren“, sagte Kincaid.
Eine OECD-Studie von 2025 unter 57.000 Staatsbediensteten zeigt zugleich Defizite bei interner Mobilität und beruflicher Weiterbildung.
Gärtnern allein reicht nicht
Kincaids Garten-Metapher beschreibt die Trägheit staatlicher Bürokratien treffend.
Doch die geforderte Balance aus KI, Diversität und Präsenzpflicht bleibt ein bürokratischer Spagat.
Ohne harte Leistungskriterien drohen die strategischen Leitlinien im Alltag zu verpuffen.