Offene Positionen bei Moskauer Futures steigen um 29 Prozent
Der russische Derivatemarkt verzeichnet laut einem Bericht der Bank von Russland Zuwächse in fast allen Segmenten. Zwischen Juli 2025 und Juni 2026 stieg das offene Kontraktvolumen an der Moskauer Börse um 29 Prozent auf 2,68 Billionen Rubel, getrieben von lokalen Unternehmen und Banken.
Lokale Akteure treiben Termin- und Swapmärkte
An der Moskauer Börse kletterte das Volumen offener Positionen im Berichtsjahr um 606 Milliarden auf 2,68 Billionen Rubel.
Den stärksten Zuwachs verbuchte die Geldsektion mit einem Plus von 34 Prozent auf 551 Milliarden Rubel, gefolgt von der Aktiensektion mit elf Prozent und dem Rohstoffsegment mit 13 Prozent.
Im außerbörslichen Geschäft legten die offenen Positionen bei Devisenforwards im ersten Halbjahr 2026 im Vorjahresvergleich um 45 Prozent zu.
Bei Zinsswaps wuchs der Bestand um 40 Prozent, wobei das Segment nahezu vollständig auf den Rubel überging.
Unternehmen nutzten vermehrt Zins- und Währungsswaps mit variablen Rubelsätzen, um Kredite abzusichern.
Der Handel mit Kreditausfall-Swaps kam im ersten Halbjahr 2026 dagegen vollständig zum Erliegen.
Gold dominiert Rohstoffe, Krypto bleibt Nische
Ohne Zugang zu ausländischen Liquiditätspools stützt sich der Markt vollständig auf inländische Akteure.
Bei Rohstoff-Futures dominierte Gold mit einem Handelsvolumen von 2,2 Billionen Rubel zwischen Juli 2025 und Juni 2026.
Neue Krypto-Futures erreichten auf der Moskauer Börse Spitzenpositionen von 12,9 Milliarden Rubel, blieben mit unter 0,6 Prozent Marktanteil jedoch eine Nische.
Global verweist der Bericht auf die BIZ-Erhebung: Dort verdrängte der Euro den US-Dollar als umsatzstärkste Währung bei Zinsderivaten.
Binnenabsicherung mit Klumpenrisiko
Die erzwungene Autarkie zwingt russische Unternehmen und Banken in eine fragile Binnenabsicherung ohne internationale Risikodiversifikation.
Dass der Markt wächst, täuscht nicht über die Illiquidität bei langen Laufzeiten hinweg.
Für das Finanzsystem bedeutet diese Binnenkonzentration ein massiv erhöhtes Klumpenrisiko.