Brokerage-Kunden: Nur 9 Prozent schlagen den Markt
Die Bank von Russland hat die Renditen von Retail-Brokerage-Kunden von 2023 bis 2025 analysiert. Die durchschnittliche Jahresrendite betrug 2,9 Prozent, doch nur 9 Prozent der Anleger übertrafen die Marktindizes.
Unebene Verteilung der Gewinne
Die Bank von Russland (CBR) hat die Renditen von Privatkunden im Brokerage-Geschäft für den Zeitraum 2023 bis 2025 untersucht.
Die Analyse von Portfolios zwischen 10.000 und 10 Millionen Rubel ergab eine durchschnittliche Jahresrendite von 2,9 Prozent.
Die Verteilung war jedoch stark ungleichmäßig: Fünf Prozent der Anleger verzeichneten Verluste von über zehn Prozent.
Ein Drittel der Kunden erlitt kleinere Verluste oder konnte ihr Kapital erhalten, ohne Gewinne zu erzielen.
Die Mehrheit von 63 Prozent erreichte positive Renditen.
Davon erzielten 41 Prozent bescheidene Gewinne zwischen 0,1 und 6,7 Prozent pro Jahr, was unter dem russischen Staatsanleihen-Index (RGBITR) der Moskauer Börse liegt.
Lediglich 13 Prozent der Anleger übertrafen diesen Index mit Renditen von 6,71 bis 17,2 Prozent.
Nur neun Prozent der gesamten Retail-Brokerage-Kunden konnten Gewinne erzielen, die auch den MOEX Russia Total Return Index (MCFTR) überstiegen, welcher Aktienkurse inklusive Dividenden abbildet.
Erfahrung und Fondsanlagen zahlen sich aus
Finanzieller Erfolg hängt maßgeblich von Alter und Erfahrung der Anleger ab.
Die besten Ergebnisse erzielten jene, die Anteile an Investmentfonds in ihre Portfolios aufnahmen.
Die durchschnittliche Rendite dieser Instrumente für nicht-qualifizierte Anleger lag in den letzten drei Jahren bei 17,9 Prozent pro Jahr.
Derivate hingegen verschlechterten die Position der Kunden tendenziell.
Die Bank von Russland rät Anlegern, die eigenständig am Börsenhandel teilnehmen, die Natur verschiedener Finanzinstrumente zu verstehen, ihren Risikoappetit realistisch einzuschätzen und Informationen über Emittenten zu studieren.
Kollektive Anlageinstrumente oder professionelle Vermögensverwalter sind eine Alternative für jene, die sich nicht in die Komplexität des Wertpapiermarkt einarbeiten wollen.
Transparenz schafft Vertrauen
Die Studie der Bank von Russland liefert wichtige Einblicke, weist jedoch methodische Schwächen auf, da sie nicht alle Einkommensquellen berücksichtigt.
Die Forderung an Broker, eigene Renditeanalysen durchzuführen, ist daher konsequent und essenziell für mehr Transparenz.
Nur so lässt sich die langfristige Resilienz des Marktes und das Vertrauen der Anleger stärken.