Kfz-Haftpflicht: Reparaturkosten-Berechnung ab Juli neu
Die Bank von Russland ändert die Berechnungsgrundlagen für Reparaturkosten in der obligatorischen Kfz-Haftpflichtversicherung (CMTPLI). Die neue Verfahrensweise tritt am 11. Juli 2026 in Kraft und soll die Entschädigungszahlungen beeinflussen.
Fairere Preise für Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien
Die Bank von Russland ändert ab dem 11. Juli 2026 die Regeln zur Berechnung der Reparaturkosten in der obligatorischen Kfz-Haftpflichtversicherung (CMTPLI).
Die neuen Preisrichtlinien für Ersatzteile und Autoverbrauchsmaterialien werden angepasst.
Künftig werden Preise für ähnliche Aftermarket-Teile nicht mehr in die Berechnung des Durchschnittspreises eines Ersatzteils einbezogen, wenn diese 70 Prozent günstiger sind als das Originalbauteil.
Dies soll eine realistischere Kostenbewertung ermöglichen.
Zudem wird der Durchschnittspreis von Verbrauchsmaterialien ohne jegliche Rabatte ermittelt, um die vollen Kosten zu decken.
Eine weitere Neuerung ist die vollständige Einbeziehung der Ausgaben für Einwegteile wie Dichtungen und Klebstoffe in die Reparaturkostenberechnung.
Bislang war dieser Posten auf maximal zwei Prozent der Preise für die ersetzten Ersatzteile begrenzt, was zu unzureichenden Versicherungsleistungen führte.
Die Russischen Vereinigung der Kraftfahrtversicherer muss die aktualisierten Richtlinien innerhalb von drei Monaten genehmigen.
Auswirkungen auf Versicherte und Versicherer
Die Bank von Russland modernisiert mit diesen Regeländerungen die Entschädigungspraxis in der Kfz-Haftpflichtversicherung.
Ziel ist eine höhere Transparenz und Fairness für die Versicherten, indem die Kosten für eine qualitativ hochwertige Reparatur umfassender abgedeckt werden.
Für die Versicherungsbranche bedeuten diese Anpassungen potenziell höhere Auszahlungen.
Die Bank von Russland erwartet, dass die durchschnittliche Auszahlung im Rahmen einer CMTPLI-Police infolge dieser Änderungen um zehn Prozent steigen wird.
Dies könnte sich langfristig auch auf die Prämienhöhe auswirken.
Die Maßnahmen unterstreichen das Bestreben der Zentralbank, den Verbraucherschutz zu stärken und die stabile Funktionsweise des Versicherungsmarktes zu gewährleisten.
Mehr Transparenz, höhere Kosten
Diese Anpassungen der Bank von Russland sind ein überfälliger Schritt zur Stärkung des Verbraucherschutzes in der Kfz-Haftpflichtversicherung.
Die detailliertere Kostenberechnung für Ersatz- und Einwegteile wird die Transparenz erhöhen und Unterdeckungen für Versicherte reduzieren.
Allerdings werden die erwarteten zehn Prozent höhere Auszahlungen unweigerlich zu steigenden Prämien führen, was die Kostenlast für Fahrzeughalter erhöht.