Marktmanipulation bei Sibur- und Rostelecom-Anleihen geahndet
Wegen Marktmanipulation bei Anleihen von Sibur und Rostelecom im Jahr 2025 hat die russische Zentralbank Sanktionen gegen drei Unternehmen und zwei Eigentümer verhängt. Die Aufsicht ordnete am 8. Oktober 2026 die sofortige Sperrung der betreffenden Handelskonten an.
Absprachen im regulären Orderbuch
Im Jahr 2025 manipulierten Dmitry V. Koromyslov und Evgeny G. Komin den Handel mit Anleihen der PJSC SIBUR Holding sowie der PJSC Rostelecom an der Moskauer Börse.
Die beiden Akteure halten 100 Prozent der Anteile an Plant SILACH LLC, OKTAD LLC und SITERRA LLC.
Koromyslov platzierte Aufträge über sein eigenes Depot sowie über Konten von Siterra und Oktad, Komin steuerte das Konto von Plant Silach.
Die Absprachen im regulären Handel führten zu künstlichen Abweichungen bei Kursen und Handelsvolumen.
Die Zentralbank stufte die Transaktionen als gesetzeswidrige Marktmanipulation nach Artikel 5 des Föderalgesetzes Nr. 224-FZ vom 27. Juli 2010 ein.
Kontosperren und Organhaftung
Die Aufsicht zog die drei Unternehmen sowie die beiden Eigentümer administrativ zur Rechenschaft und ordnete Maßnahmen zur Verhinderung künftiger Verstöße an.
Zudem erhielten Handelsplätze und Broker verbindliche Weisungen, die Handelskonten der Beteiligten einzufrieren.
Unternehmen haften unmittelbar, wenn sie keine Vorkehrungen gegen unzulässige Absprachen treffen.
Die Notenbank warnte Marktteilnehmer eindringlich vor koordinierten Aktionen im anonymen Handel, die eine faire Preisbildung untergraben.
Warnschuss mit stumpfen Waffen
Der Fall zeigt, wie leicht anonyme Orderbücher für künstliche Kursbewegungen missbraucht werden.
Administrative Strafen und Kontensperren treffen zwar die Akteure, kurieren aber nicht die mangelnde Markttiefe.
Solange illiquide Segmente anfällig für Absprachen bleiben, verpufft der Abschreckungseffekt rasch.