Finanzbedingungen bleiben trotz Zinssenkung auf 14 Prozent straff
Die Bank von Russland hat ihren Leitzins im Juli 2026 um 25 Basispunkte auf 14,00 Prozent gesenkt. Die geldpolitischen Bedingungen blieben im Juli insgesamt straff, während sich die Renditen von Staatsanleihen und die Geldmarktsätze uneinheitlich entwickelten.
Zinsschritt, Auktionstopp und steile Kurven
Die russische Notenbank reduzierte den Leitzins am 24. Juli um 25 Basispunkte auf 14,00 Prozent, hob jedoch ihre Inflationsprognose für 2026 auf 6,0 bis 7,0 Prozent an.
Der durchschnittliche Tagesgeldsatz RUONIA stieg im Juli auf 14,31 Prozent und lag damit zeitweise deutlich über dem Leitzins.
Um Engpässen bei einzelnen Großbanken entgegenzuwirken, führte die Zentralbank drei Feineinstellungs-Repo-Auktionen durch.
Am Anleihemarkt kletterten die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen (OFZ) vorübergehend auf 16,82 Prozent, ehe die Aussetzung der Finanzministerium-Auktionen ab dem 20. Juli zu einer Erholung und Abflachung der Zinskurve auf 15,69 Prozent führte.
Die Unternehmenskreditzinsen stiegen im Juni auf 12,9 Prozent.
Sonderfaktoren bremsen die Transmission
Das verlangsamte Geldmengenwachstum M2X von 12,9 Prozent im Juni zeigte erste Wirkungen der straffen Geldpolitik, während sich das Wirtschaftswachstum und die Kreditnachfrage uneinheitlich entwickelten.
Im Hypothekensektor führte die bevorstehende Anpassung des staatlich geförderten Programms 'Familienhypothek' vor dem 1. Juli zu einem Nachfrageschub.
Gleichzeitig schwächte sich der Rubel im Juli gegenüber dem US-Dollar um 5,8 Prozent ab, begünstigt durch zeitversetzte Effekte geringerer Exporterlöse aus dem Vormonat.
Trügerische Lockerung mit Haken
Die kleine Zinssenkung entpuppt sich angesichts steigender Inflationsprognosen als reine Symbolpolitik.
Dass das Finanzministerium Auktionen stoppen musste, zeigt das Ausmaß der Nervosität am Anleihemarkt.
Eine echte geldpolitische Wende bleibt vorerst Wunschdenken.