Inflationserwartungen der Haushalte sinken auf 13,7 Prozent
Die Inflationserwartungen der russischen Haushalte für die kommenden zwölf Monate sind im August 2026 auf 13,7 Prozent gesunken. Gleichzeitig ging die wahrgenommene Teuerung laut der inFOM-Umfrage für die Bank von Russland auf 14,3 Prozent zurück.
Rückgang bei Erwartungen und Wahrnehmung
Laut der monatlichen inFOM-Befragung von 2.007 Personen fiel der Median der für das kommende Jahr erwarteten Teuerungsrate von 14,7 Prozent im Juli auf 13,7 Prozent im August 2026.
Haushalte mit Ersparnissen kalkulieren mit 12,0 Prozent, während Befragte ohne Finanzpolster 15,0 Prozent erwarten.
Die wahrgenommene Inflation des vergangenen Jahres ging parallel von 15,1 Prozent auf 14,3 Prozent zurück.
Dagegen zogen die langfristigen Erwartungen auf Fünfjahressicht von 11,2 auf 12,4 Prozent an.
Als Haupttreiber des jüngsten Preisdrucks nannten die Bürger vor allem Fleisch und Geflügel (45 Prozent), Treibstoffe (42 Prozent) sowie Fisch und Meeresfrüchte (33 Prozent).
56 Prozent der Befragten gaben an, dass die Preise zuletzt schneller stiegen als zuvor.
Verbrauchervertrauen und Zieldiskrepanz
Der Konsumklimaindex erholte sich im Monatsvergleich leicht von 90 auf 93 Punkte, wobei der Teilindex der Erwartungen auf 96 Punkte stieg.
Gleichzeitig bleibt das Sparverhalten vorsichtig: 52 Prozent der Befragten halten Sparen derzeit für die sinnvollste Option, während 58 Prozent über keinerlei Notgroschen verfügen.
Bei der geldpolitischen Verankerung zeigt sich eine deutliche Lücke: Zwar wissen 39 Prozent der Bürger von einem Inflationsziel der Zentralbank, doch nur 3 Prozent kennen den exakten Richtwert von 4,0 Prozent.
Verankerung bleibt eine Illusion
Der Rückgang der Einjahreserwartungen verschafft der Notenbank eine Atempause, ist aber keine Trendwende.
Dass die Fünfjahreserwartungen auf 12,4 Prozent steigen, offenbart eine gefährliche Entankerung der Bevölkerung.
Ohne Vertrauen in das Vier-Prozent-Ziel verpufft die disziplinierende Wirkung restriktiver Zinsen weitgehend.