Unternehmenskredite wachsen im zweiten Quartal um 3,7 Prozent
Die russischen Banken haben im zweiten Quartal 2026 ihre Kreditvergabe in allen Segmenten forciert und einen Quartalsgewinn von 1,1 Billionen Rubel erzielt. Laut dem Quartalsbericht der Bank von Russland stiegen vor allem die Forderungen an Unternehmen um 3,7 Prozent.
Kräftiger Zuwachs bei Baufirmen und Industrie
Die Forderungen an Unternehmen stiegen im zweiten Quartal um 3,7 Prozent auf 106,9 Billionen Rubel, nachdem sie im Vorquartal lediglich um 0,7 Prozent zugelegt hatten.
Zwei Drittel dieses Zuwachses entfielen auf Bau- und Industrieunternehmen.
Gleichzeitig expandierte auch das Privatkundengeschäft: Die Hypothekenschulden wuchsen um 1,7 Prozent auf 24,6 Billionen Rubel, wobei der Anteil staatlich geförderter Kredite auf 60 Prozent sank.
Unbesicherte Konsumentenkredite legten saisonbereinigt um 2,8 Prozent auf 12,9 Billionen Rubel zu.
Trotz höherer Risikovorsorge und operativer Kosten erwirtschaftete der Bankensektor im Quartal einen Nettogewinn von 1,1 Billionen Rubel nach 1,2 Billionen Rubel im Vorquartal.
Sinkende Einlagenzinsen treiben die Zinsmarge
Die Zinssenkungen der Notenbank trieben die Profitabilität: Die Nettozinsmarge kletterte um 0,4 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent, da die Einlagenzinsen mit minus 0,9 Prozentpunkten deutlich schneller sanken als die Kreditrenditen.
Die Kundengelder wuchsen um 2,1 Prozent auf 132,4 Billionen Rubel, vor allem getragen von Unternehmensguthaben.
Die Gesamtkapitaladäquanz stieg leicht auf 14,0 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 hob die Notenbank ihre Gewinnprognose auf 3,9 bis 4,4 Billionen Rubel an.
Vorerst profitabel, aber risikobehaftet
Die kurzfristige Margenexpansion verschafft den russischen Instituten solide Puffer.
Gleichzeitig untergräbt der Anstieg notleidender KMU-Kredite auf 20,0 Prozent die strukturelle Stabilität.
Ziehen die Risikokosten im zweiten Halbjahr weiter an, schmilzt das komfortable Ertragspolster rasch ab.