Prämien wachsen um 14,4 Prozent auf 2 Billionen Rubel
Der russische Versicherungsmarkt steigerte seine Prämieneinnahmen im ersten Halbjahr 2026 um 14,4 Prozent auf zwei Billionen Rubel. Treibende Kraft waren Spar-Lebensversicherungen, während der Branchengewinn um 28,4 Prozent auf 206,5 Milliarden Rubel sank.
Sparverträge treiben das Neugeschäft
Das russische Versicherungsvolumen kletterte im ersten Halbjahr 2026 auf 2,0 Billionen Rubel – ein Zuwachs von 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Allein im zweiten Quartal beschleunigte sich das Prämienwachstum auf 17,3 Prozent.
Haupttreiber war die kapitalbildende Lebensversicherung (NSZh), deren Beitragseinnahmen um 66,7 Prozent auf 864 Milliarden Rubel nach oben schossen.
Banken vermittelten vor allem kurzlaufende Einmalbeiträge mit garantierten Renditen auf dem Niveau von Bankeinlagen.
Auch das Nicht-Lebens-Segment legte um 8,8 Prozent zu: Die betriebliche Krankenversicherung stieg um 14,0 Prozent auf 145,8 Milliarden Rubel, während die Kaskoversicherung gestützt durch Autoverkäufe um 11,4 Prozent auf 166,7 Milliarden Rubel zulegte.
Gewinneinbruch und regulatorische Wende
Trotz des Einnahmenrekords schrumpfte der Nettogewinn der Versicherer um 28,4 Prozent auf 206,5 Milliarden Rubel, wodurch die Eigenkapitalrendite (ROE) von 32,4 auf 21,2 Prozent absackte.
Neben höheren Schadensaufwendungen bei Kfz und Unwettern belasteten negative Neubewertungen von Staatsanleihen im Portfolio das Finanzergebnis.
Gleichzeitig vollzieht sich ein regulatorischer Umbruch: Das fondsgebundene Geschäft (ISZh) brach infolge des Verkaufsverbots ab Januar 2026 um 56,1 Prozent auf 177,4 Milliarden Rubel ein.
Trügerisches Wachstum auf Zinskosten
Das kräftige Prämienplus täuscht über strukturelle Schwächen des russischen Versicherungsmarkts hinweg.
Die Branche agiert vor allem als Einlagenersatz für Banken und vernachlässigt den langfristigen Risikoschutz.
Bei sinkenden Zinsen und anhaltender Schadeninflation droht diesem Modell ein schmerzhafter Dämpfer.