MARS: DSGE-Modell analysiert regionale Heterogenität
Ökonomen der Bank von Russland stellen in Working Paper Nr. 175 ein neues DSGE-Modell vor. Das Modell integriert Agenten-, Regional- und Sektorheterogenität für die Geldpolitik.
Dreifache Heterogenität im Stresstest
Andrei Shulgin und Anna Novak stellen mit MARS ein neues DSGE-Modell vor, das erstmals drei Arten von Heterogenität in einem theoretischen Rahmen zusammenführt.
Neben dem Zugang zu Finanzmärkten für zwei Haushaltstypen berücksichtigen die Autoren geografische Regionen und sektorale Unterschiede.
Das Modell ist speziell auf die Bedürfnisse der regionalen Makroanalyse der Wolga-Vyatka-Hauptniederlassung der Bank von Russland zugeschnitten.
Es verknüpft Märkte für Güter und Arbeitskräfte und bildet so sektoralen Wettbewerb sowie interregionale Spillover-Effekte ab.
Die Schätzung erfolgt via Bayes-Methode für den Zeitraum von 2014 bis 2025.
Kleine Effekte, großer Analysenwert
Die historische Dekomposition zeigt einen klaren Befund: Die Rolle von Schocks, die direkt für die Heterogenität verantwortlich sind, bleibt gering.
Ihr Beitrag zur Varianz aggregierter makroökonomischer Variablen übersteigt demnach fünf Prozent nicht.
Dennoch bietet das Modell dem Zentralbanker eine nützliche Datenbasis.
Es erlaubt eine präzisere Identifikation des regionalen Konjunkturzyklus und fundiertere bedingte Prognosen für die geldpolitischen Sitzungen.
Differenzierung statt blinder Aggregate
Das Framework erweitert die regionale Analyse um mikrofundierte Kanäle.
Methodisch bleibt die Aggregation jedoch angreifbar und stark abstrahiert.
Für die geldpolitische Praxis liefert es primär zusätzliche Diagnose-Indikatoren.