Ausfälle bei Mikrokrediten steigen auf 35,0 Prozent
Der Anteil notleidender Kredite bei russischen Mikrofinanzinstituten ist im zweiten Quartal 2026 auf 35,0 Prozent gestiegen. Während das Neugeschäft mit Konsumenten schrumpfte, wuchs das Gesamtvolumen getrieben durch Unternehmenskredite leicht um zwei Prozent auf 490 Milliarden Rubel.
Marktplatz-Kredite treiben das Neugeschäft
Im zweiten Quartal 2026 vergaben russische Mikrofinanzinstitute Kredite über 490 Milliarden Rubel, ein Plus von 2,0 Prozent zum Vorquartal.
Während Verbraucherkredite infolge verschärfter Regulierung schrumpften, stiegen die Ausleihungen an Unternehmen um 60,0 Prozent auf 64 Milliarden Rubel – primär durch die Finanzierung von Händlern auf Online-Marktplätzen.
Zugleich verschlechterte sich die Portfolioqualität: Der Anteil überfälliger Forderungen mit mehr als 90 Tagen Verzug kletterte auf 35,0 Prozent, den höchsten Stand seit Ende 2022.
Zur Bereinigung übertrugen die Anbieter Problemkredite über 43 Milliarden Rubel an Inkassounternehmen, wobei der Abschlag bei der Abtretung auf 80,0 Prozent zulegte.
Gewinnkonzentration und regulatorischer Druck
Der Sektor konsolidiert sich zunehmend: Zwar stieg der Halbjahresgewinn um 54,0 Prozent auf 38 Milliarden Rubel, doch 40 Prozent davon erzielten nur drei banknahe Institute.
Dagegen schlossen 39,0 Prozent der Anbieter das Quartal mit Verlusten ab.
Verschärfte Vorgaben wie die Begrenzung der Zinsaufschläge auf 100 Prozent und anstehende Restriktionen für Hochzinsverträge ab Oktober 2026 setzen kleinere Firmen unter Druck.
Parallel dazu bauten Pfandleihhäuser ihr Portfolio auf 126 Milliarden Rubel aus.
Zweiklassengesellschaft im Schattensektor
Die Aufsicht zeigt Wirkung: Die Kombination aus Zinsdeckeln und strengeren Limits drängt unrentable Kleinstanbieter aus dem Markt.
Dass wenige Banktöchter die Gewinne einstreichen, während Ausfälle eskalieren, offenbart die Zweiteilung der Branche.
Die Flucht in die Händlerfinanzierung verschafft vielen Akteuren nur eine kurze Atempause.