Geldpolitisches Umfeld bleibt bei 14,00 Prozent Leitzins straff
Die monetären Rahmenbedingungen in Russland zeigten sich im Juli und August uneinheitlich, blieben jedoch insgesamt moderat restriktiv. Bei einem unveränderten Leitzins von 14,00 Prozent sank der Geldmarktsatz RUONIA im August auf durchschnittlich 13,80 Prozent.
Renditekurve wird am langen Ende steiler
Im August sank der Geldmarktsatz RUONIA um 51 Basispunkte auf 13,80 Prozent, womit der Spread zum Leitzins von 14,00 Prozent bei minus 20 Basispunkten lag.
Am Markt für Staatsanleihen (OFZ) stieg die Rendite zehnjähriger Papiere zum Monatsende auf 16,04 Prozent.
Der Spread zwischen zwei- und zehnjährigen Laufzeiten weitete sich auf 159 Basispunkte aus.
Zugleich gab der Rubel im Monatsmittel um 6,8 Prozent zum US-Dollar (83,10 Rubel) und um 8,4 Prozent zum Euro nach.
Das Volumen am Markt für Unternehmensanleihen stieg auf 40,6 Billionen Rubel nach Neuemissionen von 894 Milliarden Rubel.
Die Rendite des IFX-Cbonds-Index sank im Monatsmittel auf 15,43 Prozent.
Strukturelles Defizit und verlangsamtes Geldmengenwachstum
Das strukturelle Liquiditätsdefizit im Bankensektor stieg auf 2,6 Billionen Rubel.
Die Zentralbank hob ihre Prognose für den Dezember-Abrechnungszeitraum auf 4,0 bis 5,2 Billionen Rubel an, getrieben durch einen saisonalen Anstieg des Bargeldumlaufs um 0,4 Billionen Rubel im August.
Gleichzeitig schwächte sich das Wachstum der breiten Geldmenge M2X im August vorläufig auf 12,4 Prozent im Jahresvergleich ab.
Die Kreditvergabe an Unternehmen legte im Juli um 2,1 Prozent zu, während die Anforderungen an private Haushalte mit einem Plus von 0,5 Prozent moderat blieben.
Wacklige Balance unter Währungsdruck
Der schwächere Rubel und anziehende Langfristrenditen begrenzen den geldpolitischen Spielraum spürbar.
Trotz temporär gesunkener Geldmarktsätze verhindern Inflationsrisiken eine nachhaltige Lockerung.
Die Zentralbank steht vor einem schwierigen Balanceakt zwischen Liquiditätsbedarf und Preisstabilität.