Zahlungseingänge legen im September um 3,3 Prozent zu
Das Volumen der eingehenden Zahlungen über das Bezahlsystem der Bank von Russland stieg im September 2026 um 3,3 Prozent gegenüber dem Durchschnitt des zweiten Quartals. Bereinigt um Bergbau, Mineralöl und öffentliche Verwaltung legten die Zuflüsse um 4,2 Prozent zu.
Rohstoffboom treibt Außenströme
Getrieben wurde die Dynamik vor allem von Branchen der Auslandsnachfrage, deren Zahlungseingänge im September um 13,0 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal kletterten.
Als stärkster Treiber erwies sich die Förderung von Erdöl und Erdgas, gefolgt von Land- und Pipelinetransporten sowie Softwareentwicklung.
Dämpfend wirkten die Metallurgie und der sonstige Fahrzeugbau.
Die Konsumgüterbranchen verzeichneten ein Plus von 3,8 Prozent, gestützt vom Einzelhandel und Finanzdienstleistungen, während die Landwirtschaft die Entwicklung bremste.
Bei Vorleistungsgütern stiegen die Eingänge um 7,9 Prozent.
Demgegenüber schrumpften die Zahlungsströme im Bereich der Investitionsnachfrage um 3,1 Prozent, belastet von Rückgängen in der Elektronik sowie im Hoch- und Tiefbau.
Kluft zwischen Zentrum und Peripherie
Regional verlief die Entwicklung uneinheitlich: Zuwächse verbuchten der Zentralbezirk mit 2,7 Prozent und der Föderationskreis Ferner Osten mit 0,6 Prozent, während der Nordkaukasus mit einem Minus von 12,0 Prozent und der Süddistrikt mit minus 8,7 Prozent deutliche Einbußen erlitten.
Methodisch erfasst der Bericht weniger als die Hälfte aller russischen Transaktionen über das Zentralbanksystem.
Für die saisonale Glättung nutzt die Währungsbehörde Bayes'sche Ridge-Regressionen und gewichtet Sektoren seit Juli 2026 auf Basis der Bruttowertschöpfung von 2023.
Trügerische Rohstoffstärke
Der Zuwachs bei den Finanzströmen täuscht über strukturelle Risse in der Wirtschaft hinweg.
Während Rohstoffe die Statistik stützen, offenbart das Minus bei den Investitionen eine deutliche Abkühlung.
Ohne eine Trendwende im Bausektor bleibt das Gesamtwachstum auf tönernen Füßen.