Russische Zahlungsflüsse fallen im Juli um 3,4 Prozent
CBR Data

Russische Zahlungsflüsse fallen im Juli um 3,4 Prozent

Im Juli 2026 sind die eingehenden Zahlungsflüsse im Zahlungssystem der Russischen Zentralbank um 3,4 Prozent gegenüber dem Durchschnitt des zweiten Quartals gefallen. Bereinigt um Rohstoffförderung, Mineralölprodukte und Staatsverwaltung stiegen die Zahlungen hingegen um 1,4 Prozent.

Rohstoffexporte ziehen Gesamtvolumen ins Minus

Der Rückgang der gesamten Finanzströme ist primär auf die schwache externe Nachfrage zurückzuführen.

Die Zahlungseingänge in den exportorientierten Branchen sanken im Juli 2026 um 9,3 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal, maßgeblich getrieben durch spürbare Einbußen bei der Förderung von Erdöl und Erdgas mit minus 20,2 Prozent sowie sonstigen Rohstoffen.

Grund hierfür waren geringere Deviseneinnahmen im Vergleich zur hohen Basis der Monate April und Mai.

Auf der anderen Seite verzeichnete die Konsumnachfrage ein leichtes Plus von 1,5 Prozent, gestützt durch Finanzdienstleistungen und Versicherungen.

Kräftige Rückgänge im Staatssektor um 15,4 Prozent und bei Investitionsgütern um 2,1 Prozent belasteten das Gesamtergebnis zusätzlich.

Regionale Klüfte und neue Berechnungsbasis

Regional zeigte sich im Juli ein sehr ungleiches Bild.

Während die Zahlungseingänge ohne Rohstoffförderung und Staatsquote im Fernöstlichen Föderationskreis um 4,1 Prozent und im Wolgagebiet um 2,0 Prozent zulegten, brachen sie im Süden Russlands um 14,1 Prozent ein.

Zudem nahm die Zentralbank im Juli eine methodische Anpassung vor: Die Gewichtung der Bruttowertschöpfung basiert nun auf den Wirtschaftsdaten von 2023 statt bisher 2018, um strukturelle Verschiebungen präziser abzubilden.

Trügerischer Konsum überdeckt Rohstoffschwäche

Die Zahlen offenbaren die hohe Verwundbarkeit der Wirtschaft durch schwankende Rohstofferlöse.

Der leichte Anstieg beim privaten Konsum kann den Einbruch im Export- und Staatssektor keineswegs ausgleichen.

Ohne frische Impulse bei den Investitionen bleibt die Konjunktur auf wackeligem Fundament.