Russlands Inflationserwartungen seit Ende 2025 besser verankert
CBR Paper

Russlands In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen seit Ende 2025 besser verankert

Eine neue Studie der Bank von Russland analysiert die Wahrscheinlichkeit extremer Teuerungsraten von über 31 Prozent. Seit Dezember 2025 weisen die Erwartungen eine zunehmende Verankerung auf, bleiben insgesamt jedoch auf unzureichendem Niveau.

Blick auf die extremen Ränder

Die Ökonomen Julia Krotowa und Genrich Penikas untersuchen die Verankerung russischer Inflationserwartungen anhand der Wahrscheinlichkeit extremer Teuerungsszenarien von über 31 Prozent.

Basis ist eine Panelbefragung von Beschäftigten der russischen Zentralbank über 13 Wellen zwischen November 2023 und Mai 2026 mit rund 6.000 Beobachtungen.

Zentralbankchefin Elwira Nabiullina betonte die geldpolitische Relevanz: „Es wäre für uns angenehmer, die Geldpolitik zu gestalten, wenn die Inflationserwartungen auf einem niedrigeren Niveau verankert wären.“

Die Daten belegen, dass die Wahrscheinlichkeit für extreme Inflationsraten seit Dezember 2025 spürbar gesunken ist.

Trotz dieses Trends verharren die Inflationserwartungen der russischen Haushalte auf einem insgesamt wenig verankerten Niveau.

Sparlaune und Finanzbildung als Anker

Die ökonometrische Analyse mittels Beta-Regression identifiziert klare demografische Treiber.

Eine ungünstige Einschätzung des Sparumfelds und ein höheres Alter erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Extreminflation signifikant.

Umgekehrt weisen Befragte mit höherer Finanzkompetenz und besserer materieller Lage stabilere Erwartungen auf.

Zudem führt ein vorangegangener Inflationsanstieg zu niedrigeren Extremrisiko-Einschätzungen, da die Akteure eine straffere Reaktion der Geldpolitik antizipieren.

Feine Methodik, harte Realität

Die Methodik liefert einen präzisen Blick auf die oft vernachlässigten Extremrisiken der Inflationswahrnehmung.

Zentralbankinterne Befragungen bleiben jedoch eine methodische Krücke für die reale Stimmung der Bevölkerung.

Für die geldpolitische Praxis in Moskau bleibt die Verankerung der Erwartungen vorerst eine ungelöste Baustelle.

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