Treibstoffpreise treiben russische Teuerung im Juli an
CBR Press

Treibstoffpreise treiben russische Teuerung im Juli an

Einmaleffekte und steigende Kraftstoffpreise haben das Preiswachstum in Russland im Juli hoch gehalten. Wie die Bank von Russland mitteilte, verstärkten Zweitrundeneffekte am Treibstoffmarkt die zugrundeliegende Inflation. Die Notenbank hält an ihrem straffen Kurs fest.

Kraftstoff und Arbeitsmarkt als Preistreiber

Besonders deutliche Preisanstiege verzeichnete die Notenbank im Juli beim Motorenkraftstoff.

Bei Nicht-Nahrungsmitteln ohne Treibstoffe stiegen die Preise im Durchschnitt nur moderat.

Das Wachstum der Dienstleistungspreise verlangsamte sich zwar, verblieb jedoch auf erhöhtem Niveau.

Angetrieben durch die Anspannung am Arbeitsmarkt verteuerten sich insbesondere personennahe und medizinische Dienstleistungen weiterhin rasch.

Die Entwicklung bei den Nahrungsmitteln zeigte sich uneinheitlich: Während Fleischprodukte und Zucker teurer wurden, gaben die Preise für Milchprodukte, Käse und Butter weiter nach.

Die Julidaten erfassten zudem Zweitrundeneffekte vom Kraftstoffmarkt, was die Maße der zugrundeliegenden Inflation steigen ließ.

Struktureller Druck verstellt den Ausweg

Die Bank von Russland betont vor diesem Hintergrund die Notwendigkeit einer konsequenten Geldpolitik, um die Teuerung nachhaltig auf das Zielniveau zurückzuführen.

Der anhaltende Druck auf dem Arbeitsmarkt gilt als struktureller Risikofaktor für die Preisstabilität.

Trotz punktueller Entlastungen bei einzelnen Nahrungsmittelkategorien verhindern die spürbaren Zweitrundeneffekte der gestiegenen Treibstoffkosten eine rasche Beruhigung des allgemeinen Preisauftriebs.

Die Währungshüter beobachten die Dynamik der Kerninflation daher weiterhin aufmerksam, um bei Bedarf geldpolitisch nachzusteuern.

Einmaleffekte als bequeme Ausflucht

Die Verweisung auf Einmaleffekte kaschiert das grundlegende Problem der russischen Wirtschaft.

Der Preisdruck bei Dienstleistungen zeigt deutlich, dass der akute Arbeitskräftemangel das Fundament der Preisstabilität untergräbt.

Bloße Verbalinterventionen der Notenbank reichen nicht aus, um diesen strukturellen Inflationstreiber zu stoppen.

Quelle: Price growth remains high in July due to one-off factors

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