Russlands Leistungsbilanzüberschuss sinkt im vierten Quartal 2025
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Russlands Leistungsbilanzüberschuss sinkt im vierten Quartal 2025

Der Leistungsbilanzüberschuss Russlands fiel im vierten Quartal 2025 auf 9,2 Milliarden US-Dollar. Hauptursache war ein Rückgang des Handelsüberschusses bei stabilen Importen und sinkenden Energieexporten.

Handelsüberschuss schrumpft, Dienstleistungsdefizit wächst

Im vierten Quartal 2025 verzeichnete Russland einen Leistungsbilanzüberschuss von 9,2 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang gegenüber 14 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal.

Für das Gesamtjahr 2025 belief sich der Überschuss auf 41 Milliarden US-Dollar, nach 63 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024.

Dieser Rückgang ist primär auf einen geschmälerten Handelsüberschuss und ein gestiegenes Dienstleistungsdefizit zurückzuführen.

Der Handelsüberschuss sank auf 28 Milliarden US-Dollar, da die Warenausfuhren im Vergleich zum Vorjahr zurückgingen, während die Einfuhren relativ stabil blieben.

Das Dienstleistungsdefizit weitete sich auf 14 Milliarden US-Dollar aus, hauptsächlich bedingt durch höhere Ausgaben russischer Reisender im Ausland.

Eine Stütze für die Leistungsbilanz war der Rückgang des Defizits bei den Primär- und Sekundäreinkommen, insbesondere durch geringere Dividendenzahlungen russischer Unternehmen an Gebietsfremde.

Energieexporte unter Druck, Asien gewinnt an Bedeutung

Der Wert der russischen Warenausfuhren sank im vierten Quartal 2025 um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 114 Milliarden US-Dollar.

Dies ist vor allem auf niedrigere globale Öl- und Kohlepreise sowie einen gestiegenen Preisabschlag für russisches Öl zurückzuführen.

Der Rückgang der Brennstoffexporte wurde teilweise durch steigende Exporte von Nicht-Energieprodukten wie Chemikalien, Metallen und Maschinen ausgeglichen.

Die geografische Ausrichtung der Exporte verschob sich weiter nach Asien, dessen Anteil Ende 2025 auf 78 Prozent stieg, während der Europas auf 14 Prozent fiel.

Die Ölexportmengen wurden durch die Nachfrage aus Asien gestützt, während die Gasexporte in die EU aufgrund der Einstellung des Transits durch die Ukraine unter dem Vorjahresniveau blieben.

Lieferungen nach China und Zentralasien stiegen hingegen deutlich an.

Die Warenausfuhren stiegen im vierten Quartal 2025 um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 86 Milliarden US-Dollar, wobei höhere Importe von Nahrungsmitteln und Agrarrohstoffen zu verzeichnen waren.

Die Einfuhren von Maschinen und Transportmitteln gingen hingegen zurück, beeinflusst durch erhöhte Recyclinggebühren.

Anpassung unter Druck

Die Zahlen spiegeln Russlands anhaltende Anpassung an globale Marktveränderungen und Sanktionen wider.

Während der Rückgang der Energieexporte den Leistungsbilanzüberschuss belastet, zeigen die steigenden Non-Energieexporte und die Umorientierung nach Asien eine gewisse Resilienz.

Die Rubel-Aufwertung beeinflusst zudem den Dienstleistungshandel, was die Komplexität der externen Position unterstreicht.