Wertpapierverwahrung stellt auf ISO 20022 um
Die russische Zentralbank reformiert die Infrastruktur der Wertpapierverwahrung. Verwahrstellen und Registratoren müssen künftig einheitliche elektronische Nachrichtenformate nach dem ISO-20022-Standard nutzen, um Transaktionen nahezu in Echtzeit abzuwickeln.
Schluss mit dem Format-Wirrwarr
Bislang interagieren Verwahrstellen und Registratoren bilateral über eine Vielzahl unterschiedlicher Datenformate, Kommunikationskanäle und Protokolle.
Diese technologische Heterogenität sowie abweichende Dokumentationsanforderungen verlangsamen die Geschäftsprozesse und belasten die Qualität der Kundendienstleistungen.
Mit dem Entwurf eines neuen Konzepts verpflichtet die Notenbank die Marktteilnehmer nun auf einheitliche elektronische Nachrichtenformate.
Auf Basis des internationalen Standards ISO 20022 entstehen Nachschlagewerke für einheitliche Meldungen zu Wertpapieren und Transaktionen.
Der Wechsel soll die Kosten für Marktteilnehmer senken sowie Wertpapierübertragungen, Abrechnungen und Kapitalmaßnahmen deutlich beschleunigen.
Fünf Jahre für den Systemwechsel
Die Umstellung der Informationsinfrastruktur erfolgt schrittweise über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren.
Einen ersten Schritt hat die Zentralbank bereits mit Regeln für schnelle Wertpapierübertragungen umgesetzt.
Die weiteren Nachrichtenformate werden nun in enger Abstimmung mit Marktteilnehmern, Selbstregulierungsorganisationen und Softwareentwicklern erarbeitet.
Sobald die neuen Formate vollständig in die Geschäftsprozesse integriert sind, können Verwahrstellen und Registratoren Daten austauschen und Transaktionen nahezu in Echtzeit abwickeln.
Längst überfälliger Pflichttermin
Die Umstellung auf ISO 20022 bringt den russischen Finanzmarkt auf den aktuellen Stand der Technik.
Dass die vollständige Umsetzung mindestens fünf Jahre dauern soll, offenbart jedoch die erhebliche Trägheit der bestehenden Infrastruktur.
Für Marktteilnehmer bedeutet die Übergangsfrist vorerst doppelte Aufwände durch Parallelstrukturen.