Leitzins bleibt bei 14 Prozent, Zinspfad steigt
Elvira Nabiullina begründete am 23. Oktober 2026 den Beschluss der Bank von Russland, den Leitzins bei 14 Prozent zu halten. Die Prognose für den durchschnittlichen Leitzins 2027 steigt auf 12,5–13,5 Prozent.
Preisdruck hält länger an
Die Bank von Russland hebt ihre Inflationsprognose für 2026 auf 7,1–7,6 Prozent an.
Die zugrunde liegende Teuerung liegt seit mehreren Monaten bei 5–6 Prozent und sinkt bislang nicht.
Produktionsausfälle wirken direkt auf Preise und indirekt über Inflationserwartungen.
Die Tarifanpassung für Versorgungsleistungen zum 1. Oktober 2026 übertraf die Prognose leicht.
Haushalte erwarten trotz Rückgangs im Oktober weiter hohe Inflation; Analysten und Finanzmarktteilnehmer erhöhten ihre Erwartungen.
Laufende Preissteigerungsraten sollen im ersten Halbjahr 2027 wieder 4 Prozent erreichen.
Für 2026 prognostiziert die Zentralbank 0,5–1,0 Prozent BIP-Wachstum.
Der Konsum wächst langsamer, Investitionen erholen sich.
Personalengpässe nehmen ab, bleiben aber sektoral unterschiedlich.
Mehr Kredite, höhere Öleinnahmen
Höhere Nominalzinsen straffen wegen gestiegener Inflationserwartungen die realen Bedingungen kaum.
Banken verschärfen Kreditstandards, vor allem für Großunternehmen.
Die Kreditprognose 2026 steigt auf 8–11 Prozent, die Geldmengenprognose auf 10–13 Prozent.
Der Haushaltsentwurf sieht 2029 einen strukturellen Primärsaldo von null vor.
Wegen des Nahostkonflikts steigt die Prognose für russisches Öl auf 72 Dollar je Fass 2026 und 55 Dollar 2027.
Höhere Rohstofferlöse stützten den Rubel; die Fiskalregel begrenzt diesen Einfluss.
Inflationsrisiken geben den Ausschlag
Für Nabiullina verlangt das Vier-Prozent-Ziel länger mäßig straffe Geldbedingungen.
Verzögerte Produktionsreparaturen, hohe Inflationserwartungen, Personalengpässe und größere Haushaltsdefizite bergen Aufwärtsrisiken.
Schwächere Nachfrage wirkt dagegen; geopolitische Risiken können in beide Richtungen wirken.