Verdächtige Transaktionen sinken um 35 Prozent auf 20,9 Mrd. Rubel
Das Volumen verdächtiger Finanztransaktionen in Russland ist im ersten Halbjahr 2026 um 35 Prozent auf 20,9 Milliarden Rubel gesunken. Die russische Zentralbank führt den Rückgang vor allem auf schärfere Kontrollen im Bankensektor zurück.
Banken halbieren illegale Bargeldabflüsse
Im ersten Halbjahr 2026 beliefen sich verdächtige Bargeldabhebungen und illegale Auslandstransfers auf insgesamt 20,9 Milliarden Rubel, verglichen mit 32,0 Milliarden Rubel im Vorjahreszeitraum.
Den stärksten Rückgang verzeichnete der Bankensektor: Dort halbierten sich illegale Bargeldauszahlungen auf 7,4 Milliarden Rubel.
Außerhalb des klassischen Bankensektors verharrten ähnliche Transaktionen mit 8,0 Milliarden Rubel nahezu auf Vorjahresniveau.
Verdächtige Transfers ins Ausland gingen um 35 Prozent auf 5,5 Milliarden Rubel zurück.
Zudem verringerte sich das Volumen von Transaktionen über sogenannte Finanzagenten (Money Mules), die Abwicklungen für illegale Krypto-Börsen und Online-Casinos ermöglichen, im ersten Halbjahr 2026 um ein Drittel.
Plattform sperrt 190.000 Risikokonten
Als wesentlicher Treiber für die Eindämmung gilt die 2022 eingeführte „Know Your Customer“-Plattform (KYC-Plattform).
Das System versorgt Kreditinstitute mit Risikodaten für automatisierte Verfahren gegen Geldwäsche.
In den vier Jahren seit Inbetriebnahme schränkten russische Banken die Konten von rund 190.000 unzuverlässigen Akteuren mit hohem Risikoprofil ein.
Die Aufsicht führt auch den Rückgang bei Geldwäsche-Netzwerken und Krypto-Transaktionen auf diese Kontrollen zurück.
Erfolg mit Schattenseite
Die Zahlen belegen die Wirkung der automatisierten KYC-Überwachung im regulierten Bankensektor.
Dass das Volumen außerhalb der Banken bei acht Milliarden Rubel verharrt, zeigt jedoch die Verlagerung in unregulierte Schattenkanäle.
Für die Aufsicht bleibt die Bekämpfung illegaler Krypto-Strukturen ein zäher Abnutzungskampf.