Russlands Wirtschaft wächst moderat, Inflation über 7 Prozent
CBR Studie

Russlands Wirtschaft wächst moderat, Inflation über 7 Prozent

Russlands Wirtschaft wuchs im dritten Quartal 2026 laut der Bank von Russland nur moderat. Ihr Forschungsbulletin vom 14. Oktober meldet nach höheren Versorgungstarifen eine Jahresinflation über 7 Prozent; für 2027 bleibt die Rückkehr zu 4 Prozent das Ziel.

Preisdruck hält trotz Entlastung an

Im September stiegen die saisonbereinigten Verbraucherpreise langsamer als im Sommer, aber weiter stärker als zielkonform.

Kraftstoffpreise stabilisierten sich; Obst und Gemüse verbilligten sich länger als üblich.

Der persistente Preisauftrieb lag über dem ersten Halbjahr: Fiskalimpuls, wieder positiver Kreditimpuls und zeitweise stillgelegte Produktionskapazitäten wirkten dagegen.

Für den Inflationspfad der Juli-Prognose seien schwächere Nachfrage und reaktivierte Kapazitäten nötig.

Die Konsumabschwächung im Juli und August war laut Frühindikatoren vorübergehend; Löhne, verfügbare Einkommen und Sparneigung bestimmen den weiteren Verlauf.

Trotz unverändertem Leitzins am 11. September stiegen Anleiherenditen, möglicherweise wegen Inflationssorgen und höherer Kreditaufnahme des Finanzministeriums.

Staatsrenditen erreichen 20-Jahres-Hochs

In fortgeschrittenen Volkswirtschaften erreichten Staatsanleiherenditen 20-Jahres-Hochs, blieben aber unter den Spitzen der 1990er und frühen 2000er Jahre.

Das Bulletin nennt externe Inflationsschocks, strukturelle Haushaltsdefizite und langfristigen Finanzierungsbedarf für KI-Investitionen.

Die Defizite stiegen durch Fiskalhilfen 2020–2021 und normalisierten sich trotz Vollbeschäftigung nicht vollständig.

Hohe Schulden erhöhen Finanzstabilitätsrisiken; Schwellenländer sind durch Kapitalabflüsse, Währungsabwertung und stärkere Schockanfälligkeit besonders gefährdet.

Abkopplung begrenzt den Finanzkanal

Russlands geringere globale Finanzverflechtung begrenzt laut Bulletin die Übertragung strafferer Finanzbedingungen.

Die Autoren bewerten die Risiken niedriger als in den meisten anderen Ländern und früheren Straffungsphasen.

Als zentraler Einflusskanal bleibt die Konjunktur der Handelspartner.

Quelle: Talking Trends: moderate growth continues

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