Leitzins bleibt unverändert bei 3,75 Prozent
Der tschechische Leitzins bleibt bei 3,75 Prozent. Trotz des Rückgangs der Inflationsrate im Juni auf 1,5 Prozent erwartet die Notenbank wegen künftig wieder steigender Energie- und Lebensmittelpreise einen vorübergehenden Anstieg der Teuerung auf knapp 3,0 Prozent.
Temporärer Inflationsanstieg auf 3,0 Prozent
Der Bankrat der Tschechischen Nationalbank belässt den Schlüsselzins (2W-Repo-Satz) bei 3,75 Prozent und schätzt die Gesamtrisiken für die Inflation weiterhin als aufwärtsgerichtet ein.
Zwar sank die Jahresinflation im Juni deutlich auf 1,5 Prozent, getrieben durch sinkende Nahrungsmittelpreise und eine Korrektur der Ölpreise, doch verharrt die Kerninflation wegen hoher Dienstleistungspreise nahe 3,0 Prozent.
Ein Einmaleffekt bei den Elektrizitätspreisen dämpft die Teuerung derzeit zusätzlich, läuft jedoch im kommenden Jahr aus.
In der Folge dürfte die Inflation zu Beginn des nächsten Jahres vorübergehend auf nahe 3,0 Prozent steigen.
Dank einer weiterhin restriktiven Geldpolitik soll sie sich anschließend wieder dem Zielwert von 2,0 Prozent annähern.
Lohnstarke Nachfrage bremst Abwertung
Das tschechische Wirtschaftswachstum schwächt sich im laufenden Jahr leicht ab und wird sich danach um etwa 2,5 Prozent einpendeln.
Wichtigster Treiber bleibt der private Konsum, gestützt durch kräftig steigende Reallöhne und eine lockerere Finanzpolitik.
Am Arbeitsmarkt übersteigt das Lohnwachstum weiterhin die Produktivitätsentwicklung deutlich, was zusätzliche Inflationsrisiken birgt.
Der Wechselkurs der Krone stabilisierte sich zuletzt bei 24,2 Kronen pro Euro.
Langfristig dürfte die Währung aufgrund höherer inländischer Kostensteigerungen leicht auf etwa 24,4 Kronen pro Euro nachgeben.
Kein Raum für verfrühte Entwarnung
Die Entscheidung zur Zinspause ist angesichts der hartnäckigen Lohn- und Dienstleistungs-Inflation geldpolitisch konsequent.
Der Rückgang der Teuerungsrate auf 1,5 Prozent entpuppt sich wegen auslaufender Einmaleffekte als bloßes Strohfeuer.
Für Märkte und Kreditnehmer bleibt die Erkenntnis, dass eine Zinswende vorerst nicht in Sicht ist.