Staatskasse zahlt Kommunen 3,7 Prozent bei voller Liquidität
Die Tschechische Nationalbank und das Finanzministerium bieten Kommunen und Regionen ab dem 1. Oktober 2026 ein neues Sparkonto der Staatskasse an. Die Einlagen werden mit 3,7 Prozent verzinst und bleiben über das Online-Banking ABO-K jederzeit voll verfügbar.
Zinsen ohne Liquiditätsverlust
Das gemeinsam von Notenbank und Finanzministerium entwickelte Produkt verbindet die Eigenschaften eines Girokontos mit denen eines Sparkontos.
Kommunen, Regionen und Gemeindeverbände können das Konto rein elektronisch über das Online-Banking ABO-K eröffnen und verwalten, ohne eine Filiale der Notenbank aufsuchen zu müssen.
Für die hinterlegten Gelder zahlt das Finanzministerium eine Vergütung von derzeit 3,7 Prozent pro Jahr bei täglicher Verfügbarkeit.
Über das Konto lassen sich laufende Zahlungen abwickeln sowie Debitkarten nutzen.
„Die Staatskasse wird immer schneller und einfacher“, sagte CNB-Gouverneur Aleš Michl.
Mit dem Angebot wolle die Notenbank als Bank des Staates moderne Dienstleistungen auf hohem Standard bereitstellen.
Günstigere Staatsfinanzierung durch Cash-Pooling
Hinter dem Konzept „Liquidität 2.0“ steht ein aktives staatliches Cash-Pooling.
Durch die Bündelung kommunaler Gelder soll der Staat teurere Kredite am Kapitalmarkt vermeiden und Zinskosten einsparen.
Laut Finanzministerin Alena Schillerová verringert das Verfahren den Bedarf an kostspieligen Finanzierungen, ohne dass Kommunen die Kontrolle über ihre Mittel verlieren.
Petr Pavelek aus dem Finanzministerium betonte, dass der stabile Teil der Einlagen künftige Anleiheemissionen reduzieren und den Schuldendienst dämpfen könne.
Kluge Bündelung statt teurer Schulden
Das Modell nutzt kommunale Liquidität geschickt zur Senkung der staatlichen Zinslast.
Der Satz von 3,7 Prozent setzt Geschäftsbanken unter Druck, die oft schlechtere Konditionen für öffentliche Gelder bieten.
Der Erfolg hängt nun davon ab, wie zügig die Kommunen ihre Mittel tatsächlich zur Notenbank umschichten.
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