Kettel Thomsen lehnt Lockerung der Vergaberegeln ab
DKNB Rede

Kettel Thomsen lehnt Lockerung der Vergaberegeln ab

Nationalbankdirektor Christian Kettel Thomsen hat sich auf dem Jahresgipfel der Hypothekenbranche gegen eine Lockerung der Kreditvergaberegeln ausgesprochen. Er forderte am 21. September 2026 stattdessen Maßnahmen zur Ausweitung des Wohnungsangebots.

Puffer schützen vor Überhitzung

Christian Kettel Thomsen wies Vorschläge des Branchenverbands Finans Danmark zur Lockerung der Kreditregeln zurück.

Eine leichtere Kreditvergabe erhöhe primär die Nachfrage und treibe die Preise weiter nach oben, ohne das Angebot zu erweitern.

„Wir riskieren, die Nachfrage weiter anzuheizen“, warnte Thomsen.

Die bestehende Regulierung, darunter die 2015 eingeführte Mindesteigenkapitalquote von 5 Prozent, schütze Haushalte und Banken vor Risiken.

Aktuell finanzieren dänische Käufer rund ein Fünftel des Kaufpreises aus eigenen Mitteln – vor der Finanzkrise von 2008 lag dieser Wert bei lediglich 3 bis 5 Prozent.

Zudem wurden zuletzt spürbar weniger Kredite außerhalb der regulatorischen Richtwerte vergeben.

Zweigeteilter Markt und teure Zentren

Die Wohnimmobilienpreise entwickelten sich regional stark unterschiedlich.

Während die Preise in Aarhus von August 2025 bis August 2026 um rund 15 Prozent stiegen, strahlte der Preisdruck aus Kopenhagen zunehmend auf das Umland aus.

In der Hauptstadt erreichte die Wohnkostenbelastung im Verhältnis zum Einkommen ein sehr hohes Niveau.

Zwar zeigen sich erste Signale einer Abkühlung bei Kopenhagener Eigentumswohnungen, doch die Ungleichgewichte zwischen knappem Angebot und hoher Nachfrage bleiben bestehen.

Mehr Steine statt billiger Kredite

Die Notenbank erteilt den Lockerungswünschen der Kreditwirtschaft zu Recht eine Absage.

Billigere Kredite lindern keinen Wohnungsmangel, sondern fachen nur die Preisspirale weiter an.

Die Politik muss das Kernproblem anpacken und endlich das reale Bauangebot in Ballungsräumen ausweiten.

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