Dänische Wirtschaft robust, Finanzstabilität unter Druck
Nationalbankdirektor Christian Kettel Thomsen sieht die dänische Wirtschaft als robust an, warnt aber vor Risiken für die Finanzstabilität. Globale Unsicherheit und steigende Energiepreise belasten die Aussichten.
Globale Turbulenzen, dänische Stärke
Die globale Wirtschaft ist von erheblicher Unsicherheit geprägt, wie die Prognosen der EZB und des IWF zeigen.
Insbesondere der Konflikt im Nahen Osten hat die kurzfristigen Inflationserwartungen im Euroraum und damit auch die Markterwartungen für geldpolitische Zinsen erhöht.
Trotz dieses unsicheren globalen Umfelds präsentiert sich die dänische Wirtschaft robust.
Die Nationalbank prognostiziert ein BIP-Wachstum von 1,8 Prozent für 2026 und 2027, gefolgt von 2,0 Prozent im Jahr 2028.
Allerdings bergen höhere Energiepreise das Risiko einer steigenden Inflation auch in Dänemark, was die Notwendigkeit einer vorsichtigen Geldpolitik unterstreicht.
Die Kerninflation bleibt ein wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung.
Kopenhagener Immobilienmarkt im Fokus
Der dänische Immobilienmarkt, insbesondere in Kopenhagen und Aarhus, zeigt eine beunruhigende Dynamik mit stark steigenden Wohnungspreisen.
Dies korreliert mit einem deutlichen Wachstum der Kreditvergabe für Wohnzwecke durch lokale Banken, vor allem in Kommunen mit hoher Immobilienpreissteigerung.
Das Volumen realkreditähnlicher Bankdarlehen für Wohnzwecke nimmt ebenfalls zu und macht inzwischen etwa 8 Prozent der gesamten Kreditvergabe aus, primär im Großraum Kopenhagen und Mitteljütland.
Trotz dieser Risikokonzentration sind die Unterschiede in der wirtschaftlichen Robustheit der Kreditnehmer, gemessen an Beleihungsgrad und Schuldendienstfähigkeit, bisher nicht markant.
Digitale Resilienz als Kernaufgabe
Der Nets-Ausfall im Mai 2026 war ein deutlicher Weckruf: Dänemarks digitale Zahlungssysteme sind eine kritische Infrastruktur, deren Ausfallsicherheit höchste Priorität haben muss.
Ein umfassendes Notfallkonzept für Bankdienstleistungen ist daher überfällig, um die Resilienz gegenüber zukünftigen Schocks zu erhöhen.
Die Nationalbank muss zudem die Stablecoin-Entwicklung aktiv mitgestalten, um die Kontrolle über das nationale Geldwesen zu behalten.