Dänische Haushalte erwarten mittelfristig knapp 3 Prozent Inflation
Mittelfristige Inflationserwartungen dänischer Haushalte bleiben laut Danmarks Nationalbank bei knapp 3 Prozent verankert. Die am 20. Oktober 2026 veröffentlichte Studie zeigt zugleich, wie Erwartungen Konsumpläne beeinflussen.
Stabiler Anker, breite Streuung
Seit Oktober 2024 erhebt die dänische Nationalbank monatlich rund 1.100 Antworten; ab Oktober 2026 veröffentlicht sie die Ergebnisse.
Die Dreijahreserwartungen liegen stabil knapp unter 3 Prozent.
Einjahreserwartungen stiegen dagegen um die US-Zollankündigungen im April 2025 und nach Kriegsbeginn im Nahen Osten ab März 2026.
Ihre Entwicklung ähnelt der im Euroraum.
Bei wiederholt Befragten fallen Änderungen kurzfristiger Erwartungen mehr als doppelt so groß aus wie mittelfristige.
Rund 80 Prozent der Einjahresangaben liegen zwischen −2,5 und 7,5 Prozent; etwas über 5 Prozent übersteigen 12,5 Prozent.
Die wahrgenommene Inflation liegt im Schnitt etwa 2 Prozentpunkte über der gemessenen.
Einkommensstarke und über 40-Jährige erwarten meist niedrigere Inflation.
Erwartungen verschieben den Konsum
Steigt die Inflationserwartung um 1 Prozentpunkt, sinkt bei gegebenen Zinserwartungen das geplante reale Konsumwachstum für das kommende Jahr um rund 40 Basispunkte.
Die geschätzte intertemporale Substitutionselastizität beträgt 0,4. Bei 1.300 Mrd. Kronen Konsum 2025 entspricht die Verschiebung rechnerisch 5,2 Mrd. Kronen oder 0,2 Prozent des BIP.
Dänemark hat kein eigenes Inflationsziel: Die Geldpolitik stabilisiert den Kronenkurs zum Euro und folgt eng den Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB), deren Inflationsziel 2 Prozent beträgt.
Hohe Angaben sind kein Ankerverlust
Die Nationalbank wertet die geringere Reaktion mittelfristiger Erwartungen als Hinweis auf Verankerung.
Frageformulierung, persönliche Preiserfahrungen und Rechenkenntnisse beeinflussen jedoch die Angaben.
Ein höheres Erwartungsniveau allein belegt deshalb keinen Vertrauensverlust in die Geldpolitik.