Bessere Jobchancen senken Lohnaufschlag bei riskanten Firmen
Bessere Wiedereinstellungschancen verringern den Lohnaufschlag, den Beschäftigte für das Scheitern junger Firmen verlangen. Laut einer Studie von Faccini, Kim und Miranda fördert dies risikoreiche Unternehmensgründungen und steigert die gesamtwirtschaftliche Produktivität um etwa ein Prozent.
Geringere Hürden für das Wagnis
Das Modell von Renato Faccini, Seho Kim und Javier Miranda rückt Arbeitnehmer ins Zentrum des unternehmerischen Risikos.
Scheitert ein Experiment, droht Beschäftigten die Kündigung, weshalb sie von riskanten Neugründungen eine Lohnausgleichsprämie fordern.
Verbessern sich die Chancen auf eine schnelle Reintegration in den Arbeitsmarkt, sinkt dieser Verlust.
In der Folge verringern sich die relativen Lohnkosten experimentierender Firmen.
Ein Anstieg der vierteljährlichen Vermittlungsrate um 12 Prozentpunkte erhöht den Anteil riskanter Firmengründungen im Modell um 6 Prozentpunkte.
Dies steigert die gesamtwirtschaftliche Produktivität um rund 1,05 Prozent, getrieben durch einen höheren Anteil an Spitzenunternehmen.
Befunde aus Register und Experiment
Die Autoren stützen ihre Theorie auf zwei empirische Säulen.
Dänische Registerdaten mit 14 Millionen Beobachtungen aus den Jahren 2008 bis 2022 zeigen über 29 Pendlerzonen hinweg, dass bessere lokale Jobchancen den Lohnabstand zwischen jungen und etablierten Firmen um 0,62 Prozentpunkte je Standardabweichung verringern.
Ein ergänzendes Umfrageexperiment mit 2.556 Beschäftigten bestätigt den Mechanismus: Eine hypothetische Verdopplung der erwarteten Dauer der Arbeitslosigkeit erhöht den verlangten Risikoaufschlag um 2,3 Prozentpunkte, was nahe am Modellwert von 2,85 Punkten liegt.
Absicherung schlägt Wagniskapital
Arbeitsmarktdynamik übertrifft klassische Gründerförderung und entfaltet ungeahnte Wirkungen.
Sind Beschäftigte im Verlustfall abgesichert, sinkt der Lohnaufschlag für riskante Neugründungen spürbar.
Eine funktionierende Arbeitsvermittlung erweist sich somit als direkter Treiber von Wagnis und Produktivität.