Grönlands Wirtschaft wächst kaum, Staatsfinanzen kritisch
Die grönländische Wirtschaft verzeichnet nur bescheidenes Wachstum und steht vor ernsten Herausforderungen für die öffentlichen Finanzen. Die Dänische Nationalbank (DNB) warnt vor einer kritischen Liquiditätslage der Staatskasse und fiskalischen Straffungsmaßnahmen im Finanzgesetz 2026.
Infrastrukturprojekte stocken, Fischbestände schwinden
Die grönländische Wirtschaft verzeichnet ein verlangsamtes und bescheidenes Wachstum, bedingt durch mehrere Faktoren.
Ein wesentlicher Grund ist das Auslaufen großer Infrastrukturprojekte, insbesondere im Flughafenausbau, die bisher die Konjunktur stützten.
Geplante neue Großprojekte in der Energieversorgung und anderen Sektoren haben jedoch noch nicht begonnen, was eine Investitionslücke schafft.
Parallel dazu sind die für Grönland wirtschaftlich entscheidenden Garnelenbestände rückläufig, was eine wichtige Einnahmequelle beeinträchtigt.
Positiver entwickelt sich hingegen die Kabeljaufischerei, die eine gewisse Kompensation bietet.
Diese Entwicklungen belasten die wirtschaftliche Dynamik und führen zu einem insgesamt gedämpften Wachstumsumfeld, das langfristige Herausforderungen für die Diversifizierung der Wirtschaft aufwirft.
Staatskasse in kritischer Lage
Die öffentlichen Finanzen Grönlands haben sich 2025 überraschend stark verschlechtert.
Dies führte dazu, dass die Liquidität der grönländischen Staatskasse in der zweiten Jahreshälfte auf ein kritisch niedriges Niveau fiel.
Als Reaktion darauf enthält das Finanzgesetz für 2026 notwendige fiskalische Straffungsmaßnahmen, um die Haushaltslage zu stabilisieren.
Weitere finanzielle Herausforderungen stehen bevor, da eine schrumpfende und alternde Bevölkerung zusätzlichen Druck auf die Wirtschaft und die sozialen Sicherungssysteme ausübt.
Diese demografischen Trends erfordern langfristige Anpassungen und Reformen zur Sicherung der Tragfähigkeit der öffentlichen Haushalte.
Quelle: Slowdown in growth and major challenges ahead
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